Trump, der im Wahlkampf starke Leistungen erbrachte, hat ein fragiles Schicksal vor sich – eine stetige Flut rechtlicher Schritte. Ganz zu schweigen davon, ob der Kandidat aufgrund der vier Strafverfahren, mit denen er konfrontiert ist, ins Gefängnis käme, könnten die enormen Rechtskosten und die möglichen anschließenden Geldstrafen für den Verlust des Verfahrens zunächst Trumps Wahlkampf belasten.

Am Freitag wurde Trump von einer Jury dazu verurteilt, 83,3 Millionen US-Dollar Schadenersatz an E.Jean Carroll, die Anklägerin im Fall des sexuellen Übergriffs, zu zahlen, weil Trump den Ruf der Frau geschädigt hatte, indem er den sexuellen Übergriff im Jahr 2019 geleugnet hatte. Darüber hinaus wird erwartet, dass diese Woche ein zivilrechtliches Urteil wegen Betrugs in New York verkündet wird, und das Gericht könnte von Trump verlangen, die 370 Millionen US-Dollar an „illegalen Gewinnen“ zurückzuzahlen, die er gemacht hat, indem er Banken über sein Vermögen belogen hat.

Für die Außenwelt ist es schwierig, Trumps aktuelle persönliche Vermögenszahlen zu beurteilen. Im September 2023 schätzte Forbes Trumps Nettovermögen auf 2,6 Milliarden US-Dollar, während der Bloomberg Millionaire Index Trumps Nettovermögen im November desselben Jahres auf 3,1 Milliarden US-Dollar bezifferte.

Es ist jedoch erwähnenswert, dass dies eine große Anzahl von Immobilien umfasst, beispielsweise Trumps Golfclubs und Resorts. Gepaart mit Trumps problematischem „TruthSocial“-Investment, das in den letzten Jahren mit einem starken Rückgang der Aktienkurse zu kämpfen hatte, ist der Cashflow in den Händen von „Knowing King“ zu einem schwer einzuschätzenden Thema geworden.

Rechtsexperten fügten außerdem hinzu, dass Trump zwar in Bezug auf Wahlkampfgelder vor seinen Gegnern in der Partei liege und diese zur Begleichung einiger Anwaltskosten verwenden könne, Wahlkampfgelder jedoch nicht für persönliche Ausgaben verwendet werden könnten, etwa für eine Rechtsentschädigung nach einem verlorenen Rechtsstreit.

Trumps Anwältin Alina Habba sagte, dass diese Geldstrafen offensichtlich beabsichtigt seien und eine Folgestrategie seien, die klar auf Trumps selektive Strafverfolgung abzielen solle.

450 Millionen Dollar

Die kumulierte Entschädigungssumme im Carroll-Fall und im New Yorker Zivilbetrugsfall wird 450 Millionen US-Dollar erreichen, was für Trump eine sehr gefährliche Zahl ist.

Er sagte im April 2023, dass er über einen großen Bargeldbetrag verfüge, der weit über 400 Millionen US-Dollar liege. Die vom US-Gericht zugesprochene Entschädigung scheint mit knapp über 400 Millionen US-Dollar sehr „angemessen“ zu sein, wie ein perfekter Cashflow-Test.

Erwähnenswert ist, dass Carroll achtmal so viel Entschädigung erhielt, wie sie verlangte, und die Jury hielt es für notwendig, Trumps Geldbeutel ausbluten zu lassen, damit Trump diese Lektion nie vergisst.

Doch bislang ist sich niemand sicher, ob Trump diese Summe aufbringen kann. Forbes gab zuvor an, dass Trump über etwa 426 Millionen US-Dollar an Bargeld und liquiden Mitteln verfügt, darunter 162 Millionen US-Dollar, die er durch die Auszahlung eines Hotels in Washington und die Refinanzierung eines Immobilienprojekts in San Francisco erhalten hat.

Einem anderen Dokument zufolge erwirtschafteten Trumps Golfplätze und Resorts von 2022 bis April 2023 einen Umsatz von 145,8 Millionen US-Dollar, Mar-a-Lago 52,3 Millionen US-Dollar und der Trump Tower in Las Vegas 32 Millionen US-Dollar.

Diese Zahlen scheinen eine solide Grundlage für Trumps Reichtum zu sein, andererseits sorgen Trumps eigene Äußerungen, die die Fakten übertreiben, für Verwirrung.

Trump wird in einem New Yorker Zivilbetrugsfall vorgeworfen, sein Vermögen bei Banken aufgebläht zu haben, um die Zinssätze für Hunderte Millionen Dollar an Krediten zu senken, die für Entwicklungsprojekte benötigt werden. Trump selbst sagte, das sei keine Übertreibung, denn die Bewertung seiner Marke sei mit 10 Milliarden US-Dollar sehr vernünftig. Aufgrund dieser Marke, die die beliebteste Marke der Welt ist, wurde er Präsident der Vereinigten Staaten.