James Dalling, Professor an der University of Illinois in Urbana-Champaign, und seine Kollegen untersuchten Pflanzen in einem Waldreservat in Panama, als ihnen etwas Interessantes an der Zypresse auffiel, die nur in Panama vorkommt. Sobald die Blätter eines Farns absterben, benötigt die Pflanze sie normalerweise nicht mehr. Dies gilt jedoch nicht für die Zypresse. Seine abgestorbenen Blätter verwandeln sich in „Zombieblätter“ und nehmen Nährstoffe aus dem Boden auf.

Pflanzenbiologie-Professor James Dalling und Kollegen entdeckten, dass einige Baumfarne tote Blätter in Wurzelsysteme recyceln

Wenn die Blätter einer Pflanze absterben, welken und zu Boden fallen, wachsen an den Enden dieser Blätter winzige Wurzeln, die sie mit dem Boden verbinden. Nachfolgende Labortests zeigten, dass die Pflanze in diesem Fall den Wasserfluss in diesen Blättern umkehrt und sie dazu nutzt, dem Boden Stickstoff zu entziehen.

Abbildung zeigt, wie abgestorbene (braune) Blätter eines Baumfarns zu Wurzeln werden

Warum übernehmen andere Betriebe diese Praxis nicht?

Die Pflanze wächst nur wenige Zentimeter pro Jahr und die Nährstoffe sind im Boden der Gegend ungleichmäßig verteilt, sodass die Pflanze ihr Wachstum erst richtig hinbekommen muss. Anstatt also ihre Energie in den Aufbau einer speziellen, nährstoffsuchenden Wurzelstruktur zu investieren, die möglicherweise nie den fruchtbaren Boden erreicht, recycelt die Pflanze die bereits gewachsenen Blätter für die Photosynthese.

Die Anordnung der Pflanze, sich selbst zu ernähren, indem sie ihr eigenes totes Gewebe neu konfiguriert, wurde noch nie zuvor dokumentiert. Darling glaubt, dass andere Wissenschaftler dieses Phänomen bei der Reblaus einfach deshalb nicht bemerkt hatten, weil die Blätter wie verwesendes Pflanzenmaterial aussahen.

„Dies ist eine wirklich neuartige Form der Gewebeumnutzung. Sie unterscheidet sich stark von dem, was wir von anderen Farnen wissen“, sagten die Forscher.

Die Forschung wird in einem kürzlich in der Zeitschrift Ecology veröffentlichten Artikel beschrieben. Weitere Informationen finden Sie im Video unten.