Eine Studie der Stanford University über den längeren Gebrauch von Headsets wie dem Vision Pro von Apple legt nahe, dass es bei Benutzern zu realen Nachwirkungen wie Problemen bei der Tiefenwahrnehmung oder Simulationskrankheit kommen kann. Spatial Computing ist Apples selbstgewähltes Schlagwort für tragbare Computer mit Durchsichtsfunktionen. Aufgrund der Neuheit dieser Technologie gibt es nur wenige Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Verwendung dieses Tools, aber Forscher arbeiten daran.
Laut einem vom Virtual Human Interaction Laboratory der Stanford University veröffentlichten Forschungsbericht können VR-Headsets, die auf Pass-Through-Funktionen basieren, wie MetaQuest 3 und Apple Vision Pro, psychologische Auswirkungen auf Benutzer haben. Obwohl es sich bei dieser Studie eher um einen Leitfaden handelt, der den Grundstein für zukünftige Forschungen in diesem Bereich legt, legen die Ergebnisse nahe, dass Benutzer vorsichtig sein sollten, wenn sie diese Produkte über einen längeren Zeitraum verwenden.
Die Studie wurde von 11 Personen verschiedener Rassen und Geschlechter durchgeführt und verfasst. Jeder verfügt über umfassende Erfahrung in der Erforschung und Arbeit mit Pass-Through-Headsets.
Die Forscher verwendeten eine Reihe vorhandener Headsets, darunter das noch nicht veröffentlichte Apple Vision Pro. Die Untersuchungen und Ergebnisse scheinen jedoch hauptsächlich vom MetaQuest 3-Headset und anderen Produkten zu stammen, nicht von Apples Vision Pro.
real und virtuell
Produktspezifikationen wie Sichtfeld, Pixel pro Grad und Bildwiederholfrequenz beeinflussen, wie der Träger die Welt sieht und damit, wie stark die Verzerrung verstärkt wird. Wie im Video oben gezeigt, litt das im Test verwendete MetaQuest 3-Modell unter unglaublichen Verzerrungsproblemen, insbesondere wenn sich Objekte in der Nähe der Headset-Kamera befanden.
Verzerrungen, unzureichendes Sichtfeld, schlechter Kontrast und andere Effekte können zu einer kognitiven Dissonanz des Gehirns zwischen dem, was im Headset ist, und dem, was real ist, führen. Es kann schwierig sein, über einen längeren Zeitraum ein VR-Headset zu tragen und dann zu versuchen, zu gehen oder Aufgaben normal auszuführen.
MetaQuest3 hat ein Sichtfeld von 110 Grad und einen PPD von 18. Im Forschungsbericht heißt es, dass Apple Vision Pro im Vergleich zu MetaQuest 3 die Problemfunktionalität verbessert hat, es aber noch Raum für Verbesserungen gibt.
Es gibt verschiedene unbestätigte Schätzungen zu den Spezifikationen des VisionPro, mit einem Sichtfeld von 100 bis 110 Grad und einem PPD von etwa 34. Apple wird diese spezifischen Bewertungen für seine Hardware nicht veröffentlichen und die Zahlen werden erst ermittelt, wenn der Vision Pro in den Händen der Benutzer ist.
Vergleichen Sie diese Parameter mit einer durchschnittlichen Person mit zwei Augen und einem Sehvermögen von 20/20, und Sie werden die Kluft zwischen der virtuellen Realität und der Realität erkennen. Menschen haben einen effektiven PPD von 60 und einen Betrachtungswinkel von 220 Grad.
Die technischen Daten sind nicht das einzige Problem, da Algorithmen verwendet werden, um die Bilder für die Anzeige auf einem Monitor zusammenzufügen. Wenn ein Objekt (z. B. eine Hand) vor der Kamera vorbeiläuft und ein Objekt blockiert, entsteht eine Verzerrung um die sich bewegende Hand herum, wodurch sich die Kanten verbiegen und verschwimmen, wie bei einem Funhouse-Spiegel.
In der Studie wurde festgestellt, dass MetaQuest 3-Träger Probleme hatten, Entfernungen einzuschätzen, sich bewegende Objekte zu sehen oder sich beim Tragen des Headsets zu bewegen. Beispielsweise können Benutzer Probleme beim Essen, Abklatschen oder Zeichnen haben, während sie das Headset tragen.
Dies unterscheidet sich geringfügig von den Informationen in den Apple Vision Pro-Rezensionen, die wir bisher gesehen haben, sodass diese Probleme mit Apple-Produkten möglicherweise nicht so offensichtlich sind. MKBHD kann zum Beispiel problemlos Tischtennis spielen und Joanna Stern kann mit Apple Vision Pro auch kochen, essen und trinken.
Gehirntraining
Da sich die Betrachtung der Welt durch ein Headset von der Betrachtung mit bloßem Auge unterscheidet, passt sich das Gehirn an. Diese Anpassung bedeutet, dass die Verwendung des Headsets mit der Zeit einfacher wird, da das Gehirn lernt, Verzerrungen, Entfernungseinschätzungen und andere Probleme zu kompensieren.
Die Welt durch VisionPro zu sehen ist nicht gesund
Das ist jedoch nicht unbedingt eine gute Sache, es sei denn, Sie planen, das Headset für immer zu tragen. Wenn sich Ihr Gehirn daran gewöhnt hat, auf Dinge zu reagieren, wenn Sie die Welt über ein Headset betrachten, werden Sie feststellen, dass Ihr Gehirn zumindest für eine Weile immer noch kompensiert, wenn Sie das Headset abnehmen.
Wenn Sie jemals eine „Betrunkenenbrille“ getragen haben, haben Sie möglicherweise ein ähnliches Phänomen erlebt. Wenn Sie diese verzerrte Brille länger als ein paar Minuten tragen, hat Ihr Gehirn Zeit, sich daran zu gewöhnen, aber wenn Sie sie abnehmen, geraten Sie plötzlich aus dem Gleichgewicht.
Oder stellen Sie sich vor, Sie treiben seit mehreren Monaten auf dem Meer und haben „Seebeine“ entwickelt. Wenn Sie zum ersten Mal vom Boot an Land steigen, werden Sie albern aussehen, Ihre Beine zu hoch heben und darauf warten, dass der Boden sich Ihrem Schritt anpasst.
Das menschliche Gehirn ist sehr anpassungsfähig, was für Headset-Träger zu Problemen führen kann. Die langfristigen Auswirkungen dieses physiologischen Phänomens sind unbekannt, daher ist Vorsicht geboten.
Hinzu kommen soziale Probleme und die isolierende Wirkung des Headsets, selbst mit Pass-Through-Funktionalität. Mit jemandem über einen Bildschirm zu sprechen wird psychologisch nie dasselbe sein wie ein persönliches Gespräch.