Archäologen haben zwei prähistorische Gräber an einem Ort entdeckt, an dem das deutsche Unternehmen Intel eine Reihe milliardenschwerer Chipfabriken errichten will. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) besichtigte im Vorfeld der Erschließungsarbeiten das 300 Hektar große Gewerbegebiet und entdeckte zwei monumentale hölzerne Grabkammern, die etwa 6.000 Jahre alt sind und zahlreiche menschliche und tierische Überreste enthalten.

(Bildnachweis: Oliver Dietrich, Amt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Manchmal führen archäologische Entdeckungen zu erheblichen Verzögerungen bei entsprechenden Bauprojekten, sodass das Intel-Management möglicherweise besorgt ist. In der Pressemitteilung der LDA wurden jedoch keine möglichen Verzögerungen erwähnt. Stattdessen hieß es, dass die Forschungs- und Ausgrabungsarbeiten im vergangenen Jahr begonnen hätten und im April dieses Jahres abgeschlossen sein sollen.

Das Bild oben zeigt deutlich menschliche und tierische Überreste. Die Deutsche Kulturdenkmalverwaltung erklärte, dass am geplanten Standort Intel Magdeburg zwei große trapezförmige Holzgräber mit einer Länge von 20 Metern und 30 Metern im Abstand von 200 Metern errichtet wurden. Die Gräber wurden vermutlich von den Berbern erbaut, einer Kultur, die zwischen 4100 und 3600 v. Chr. in Mitteldeutschland und Böhmen vorherrschte.

Untersuchungen zur Bewertung der Landdegradation deuten darauf hin, dass während der Zeit der Kugel-Amfora-Kultur (3300 bis 2800 v. Chr.) zwischen den Hügeln ein Korridor für rituelle Prozessionen gebildet wurde. Auf einem der Bilder oben ist ein menschliches Skelett im Vordergrund zu sehen, das vermutlich ein Beweis für ein „Wagengrab“ ist. Diese neolithische Bestattung zeichnet sich dadurch aus, dass die Person vor einem Karren und Zugtieren begraben wird, „so dass das Bild eines Karrens mit einem Kutscher oder eines von Ochsen gezogenen Pfluges entsteht“. Archäologen sagten, die menschlichen Überreste stammten von einem Mann im Alter von 35 bis 40 Jahren, während die Kuh zum Zeitpunkt der Opferung erst 2 bis 3 Jahre alt war.

In der Pressemitteilung wurde die LDA-Entdeckung als „spektakulär“ beschrieben, aber die Entdeckung alter Bestattungen in der Gegend ist nicht überraschend. Im geplanten Gewerbegebiet bilden diese Gräber einen Hügel namens „Eulenberg“, während die Umgebung relativ flach bzw. nicht hügelig ist. Es wird oft angenommen, dass dieses einheitliche geografische Merkmal von Menschenhand geschaffen wurde.

Magdeburg ist vermutlich Intels größter und wichtigster Produktionsstandort in Europa. Die ersten beiden Fabriken sollen bis Ende 2027 in Produktion gehen, und Intel wird auch die Machbarkeit des Baus von bis zu sechs weiteren Fabrikmodulen hier prüfen.