Ein neuer Artikel, der von Oxford University Press in der Fachzeitschrift Molecular Biology and Evolution veröffentlicht wurde, liefert die erste umfassende Genomressource für das Schuppentier, auch bekannt als Schuppenameisenbär. Schuppentiere kommen in Asien und Afrika südlich der Sahara vor und sind die einzigen Säugetiere, die mit Schuppen bedeckt sind. Die Tiere werden wegen ihres Fleisches und ihrer angeblichen medizinischen Wirkung in großen Mengen gehandelt und sind aufgrund der weit verbreiteten Abholzung in ihrem natürlichen Lebensraum auch vom Aussterben bedroht.

Eine neue Studie liefert eine vollständige Genomdatenbank für Schuppentiere, die zum Schutz dieser Schuppentiere beitragen könnte. Die Studie sequenzierte mehrere Arten, lieferte Einblicke in ihre Entwicklung und wird dazu beitragen, den illegalen Handel mit Schuppentieren aufzuspüren.

Schuppentiere, die aus acht noch lebenden Arten bestehen, haben in den letzten Jahren große öffentliche Aufmerksamkeit erregt, und es werden weiterhin Schutzbemühungen unternommen. Dies liegt vor allem daran, dass Schuppentiere die am meisten gehandelten Wildsäugetiere auf dem Planeten sind und kürzlich vermutet wurde, dass sie möglicherweise mit der COVID-19-Pandemie in Verbindung stehen (was natürlich falsch ist).

Die Bedeutung der Schuppentiergenomik

Trotz der kritischen Erhaltungssituation der Schuppentiere sind sie immer noch unzureichend erforscht und es bestehen noch große Lücken in der grundlegenden Arten- oder Populationsforschung. Forscher widmen der Genomik in Wildtierstudien zunehmend Aufmerksamkeit, da die Genomik Daten liefert, die die Aufteilung von Arten oder Populationen, Populationsinformationen, Diversität, historische Flugbahnen und die Fähigkeit von Tieren, sich an globale Veränderungen anzupassen, genauer verstehen können. Ganz zu schweigen von seinem Potenzial, die Herkunft illegal gehandelter Personen aufzuspüren, um Wilderei-Hotspots besser zu identifizieren und Menschenhandelsnetzwerke zu zerschlagen.

Ein kürzlich in der Zeitschrift Molecular Biology and Evolution veröffentlichter Artikel liefert eine umfassende Genomdatenbank für Schuppentiere, die für deren Erhaltung von entscheidender Bedeutung ist. Schuppentiere sind die am häufigsten gehandelten Wildsäugetiere der Welt. Sie kommen in Asien und Afrika vor und sind ständiger Bedrohung durch Jagd und Lebensraumzerstörung ausgesetzt. Diese Studie, in der Schuppentiere in der Vergangenheit kaum untersucht wurden, schließt eine große Lücke, indem sie mehrere Schuppentierarten sequenziert und sogar eine potenzielle neue Art identifiziert. Bildquelle: DarrenPietersen/"Molekularbiologie und Evolution"

Herausforderungen für die Schuppentier-Genomforschung

Die Gewinnung genomweiter Informationen über das Schuppentiergenom ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Erstens stellen die geografische Isolation zwischen Schuppentierarten und der begrenzte Fossilienbestand methodische Hindernisse dar. Schuppentierarten in Asien und Afrika haben sich vor etwa 37,9 Millionen Jahren auseinander entwickelt, daher ist es schwierig, die Entwicklung von Schuppentiergruppen anhand von Referenzgenomen entfernter Arten wirklich zu verstehen. Zweitens machen das schwer fassbare Verhalten und die tropische Verbreitung von Schuppentieren die genetische Probenahme teuer und zeitaufwändig.

Forschungsergebnisse und Bedeutung

Die Forscher sequenzierten, zusammengesetzten und kommentierten das erste Referenzgenom des in Afrika beheimateten Riesenschuppentiers sowie die Genome des Schwarzbauchschuppentiers, des Südafrikanischen Schuppentiers, des Indischen Schuppentiers und des Philippinischen Schuppentiers. Diese neuen Genomdaten liefern zusammen mit zuvor veröffentlichten Informationen zu den verbleibenden drei Arten – dem Weißbauchschuppentier, dem Sunda-Schuppentier und dem Chinesischen Schuppentier – das erste vollständige Schuppentiergenom. Dabei entdeckten die Forscher anhand zuvor veröffentlichter Genomdaten auch eine potenzielle neue Schuppentierart.

Die Forscher glauben, dass diese Informationen letztendlich ein vollständiges Bild davon liefern werden, wie sich Schuppentiere im Laufe der Zeit als Reaktion auf sich ändernde Umweltbedingungen entwickeln, und wichtige Informationen darüber liefern werden, wie diese Tiere in den kommenden Jahren durch Erhaltungsprioritäten und Managementpläne wirksam geschützt werden können. Die Ergebnisse werden auch bei der Entwicklung von DNA-Toolkits zur Verfolgung des Schuppentierhandels helfen.

Sean Heighton, einer der Autoren des Papiers, sagte: „Der kollaborative Ansatz der Autoren dieser Studie, die aus Afrika, Asien und Europa kommen, ermöglicht es uns zum ersten Mal, die Evolution von Schuppentieren in allen acht Arten aus einer genomweiten Perspektive zu untersuchen. Wir hoffen, dass diese Genome die Grundlage für weitere genetische Forschung bilden werden, um zum Schutz dieser Tiere beizutragen.“