Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA hat ein detailliertes Bild von NGC 6951 aufgenommen, einer berühmten Galaxie im Sternbild Kepheus. Diese Galaxie ist für ihre Sternentstehungsgeschichte, einzigartige Klassifizierung und zahlreiche Supernova-Ereignisse bekannt und bietet Astronomen wertvolle Einblicke in die Funktionsweise des Universums.
Das Hubble-Weltraumteleskop hat dieses komplexe Bild von NGC 6951, der Cepheus-Galaxie, aufgenommen. Bildquelle: NASA Hubble Space Telescope, ESA, A. Filippenko (University of California, Berkeley), R. Foley (University of California, Santa Cruz), C. Kilpatrick (Northwestern University) und D. Sand (University of Arizona); Bearbeitung: Gladys Koher (NASA/The Catholic University of America)
Hellblaue Spiralarme wirbeln um das leuchtend weiße Zentrum dieser Sternengalaxie. Dieses neue Bild des Hubble-Weltraumteleskops der NASA zeigt NGC 6951, eine mittlere Spiralgalaxie in 78 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Kepheus.
NGC 6951 wurde 1877 unabhängig vom französischen Astronomen Jerome Coggia und 1878 vom amerikanischen Astronomen Lewis Swift entdeckt. Seine Sterngeschichte hat das Interesse von Wissenschaftlern geweckt. Die Sternentstehungsrate der Galaxie erreichte vor etwa 800 Millionen Jahren ihren Höhepunkt und blieb dann 300 Millionen Jahre lang ruhig, bevor sie erneut mit der Sternentstehung begann. Das Durchschnittsalter von Sternhaufen oder Gruppen gravitativ gebundener Sterne in dieser Galaxie beträgt 200 bis 300 Millionen Jahre, obwohl einige Sternhaufen sogar eine Milliarde Jahre alt sind. Turbulente Gasregionen (dunkelrot dargestellt) umgeben leuchtend blaue Nadellöcher (Sternhaufen).
Astronomen klassifizieren NGC 6951 im Allgemeinen als Seyfert-Galaxie vom Typ II, eine aktive Galaxie, die große Mengen an Infrarotstrahlung aussendet und in deren Zentrum sich langsam bewegende gasförmige Materie enthält. Einige Astronomen klassifizieren NGC 6951 als LINER-Galaxie (Low Ionization Nuclear Emission Line Region), die einer Seyfert-Galaxie vom Typ II ähnelt, aber einen kühleren Kern hat, der schwach ionisierte oder neutrale Atome wie Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel emittiert. Die gesamte Galaxie hat einen Durchmesser von etwa 75.000 Lichtjahren und ist aufgrund ihrer Nähe zum nördlichen Himmelspol von der Nordhalbkugel aus zu sehen.
NGC 6951 hat ein supermassereiches Schwarzes Loch in seinem Zentrum, umgeben von einem Ring aus Sternen, Gas und Staub mit einem Durchmesser von etwa 3.700 Lichtjahren. Dieser „Ring“ ist zwischen 1 und 1,5 Milliarden Jahre alt und hat einen Großteil dieser Zeit Sterne gebildet. Wissenschaftler spekulieren, dass interstellares Gas durch die dichten sternförmigen Balken der Milchstraße zum perinuklearen Ring fließt und so neues Material für die Sternentstehung liefert. Bis zu 40 % der Masse im Ring stammen von relativ jungen Sternen, die weniger als 100 Millionen Jahre alt sind. Spiralförmige Staubbahnen, dargestellt in Dunkelorange, verbinden das Zentrum der Milchstraße mit ihren äußeren Regionen und liefern so mehr Material für die zukünftige Sternentstehung.
Einige Sterne in NGC 6951 haben auch schreckliche Sternexplosionen erlebt, die Supernovae genannt werden; Astronomen zählen in den letzten 25 Jahren bis zu sechs Supernovae in dieser Galaxie. Wissenschaftler untersuchen weiterhin NGC 6951, um die Umgebung, in der Supernovae entstehen, besser zu verstehen. Die Untersuchung der Supernovaemission hilft Astronomen, den Vorläuferstern, sein Alter, seine Leuchtkraft und seinen Standort zu verstehen. Das Bild nutzt Daten der Hubble Wide Field Camera 3 (WFC3) und der Advanced Camera for Surveys (ACS). Die Daten wurden unter sichtbarem und Infrarotlicht durchgeführt.