Am Abend des 9. Oktober, Pekinger Zeit, wurde der Gewinner des Wirtschaftsnobelpreises 2023 bekannt gegeben. Claudia Goldin, Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Harvard University, erhielt diese Auszeichnung in Anerkennung ihrer Forschung, die das Verständnis der Arbeitsmarktergebnisse von Frauen fördert. Sie zeigt die Haupttreiber der Geschlechterunterschiede auf dem Arbeitsmarkt auf.


Golding wurde 1946 in New York, USA, geboren. Er promovierte 1972 an der University of Chicago, Illinois, USA. Anschließend war sie Assistenzprofessorin an der Princeton University, außerordentliche Professorin und Professorin an der University of Pennsylvania. 1990 wechselte sie an die Harvard University und wurde die erste ordentliche Professorin am Department of Economics der Harvard University.

Goldin bietet den ersten umfassenden Überblick über das Einkommen und die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Laufe der Jahrhunderte. Ihre Forschung deckt die Gründe für diese Veränderungen sowie die Hauptursachen für die immer noch bestehende Kluft zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt auf.

Frauen sind auf dem globalen Arbeitsmarkt stark unterrepräsentiert, und wenn Frauen arbeiten, verdienen sie weniger als Männer. Goldin sammelte Archivdaten aus den Vereinigten Staaten aus einem Zeitraum von mehr als 200 Jahren, um zu zeigen, wie und warum sich geschlechtsspezifische Unterschiede bei Einkommen und Beschäftigungsquoten im Laufe der Zeit verändert haben.

Golding zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen über mehr als 200 Jahre hinweg nicht anstieg, sondern eine U-förmige Kurve bildete. Im frühen 19. Jahrhundert, mit dem Wandel von der Agrargesellschaft zur Industriegesellschaft, sank die Erwerbsbeteiligung verheirateter Frauen. Mit der Entwicklung der Dienstleistungsbranche zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann jedoch die Erwerbsbeteiligung verheirateter Frauen zu steigen. Goldin analysierte, dass dieses Muster auf strukturelle Veränderungen und die Entwicklung gesellschaftlicher Normen über die Familienpflichten von Frauen zurückzuführen ist.

Golding stellte fest, dass sich das Bildungsniveau von Frauen im Laufe des 20. Jahrhunderts weiter verbesserte und in den meisten Ländern mit hohem Einkommen das Bildungsniveau von Frauen heute wesentlich höher ist als das von Männern. Golding zeigt, dass der Einsatz von Antibabypillen eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung dieses revolutionären Wandels spielte und neue Möglichkeiten für die Karriereplanung eröffnete.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht auf das Jahr 1968 zurück. Die schwedische Zentralbank (SverigesRiksbank) hat den Wirtschaftspreis im Gedenken an Alfred Nobel, den Gründer des Nobelpreises, ins Leben gerufen. Von 1969 bis 2022 wurde der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 54 Mal verliehen, mit 92 Gewinnern. Obwohl der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften kein Nobelpreis im herkömmlichen Sinne ist, wird er seit seiner Gründung von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften nach denselben Grundsätzen wie der Nobelpreis seit 1901 verliehen.