US-amerikanische Mediziner haben davor gewarnt, dass Streiks in Häfen an der Ost- und Golfküste den Zugang der Patienten zu wichtigen Medikamenten erheblich beeinträchtigen würden. Laut Robert Glatt, Notarzt in der New Yorker Notaufnahme, „könnte der drohende Streik Auswirkungen auf die Einfuhr medizinischer Hilfsgüter und lebensrettender Medikamente aus anderen Ländern haben, auf die US-Krankenhäuser und ambulante chirurgische Zentren bei der Behandlung von Patienten angewiesen sind.“ Gleichzeitig könnte dadurch auch die Menge an lebensrettenden Medikamenten und chirurgischen Hilfsgütern begrenzt werden, die die USA in andere Länder exportieren.
Hafenstreiks könnten „verheerende“ Auswirkungen auf die Wirtschaft haben
Die International Longshoremen's Association (ILA), die im Namen von 45.000 Hafenarbeitern in 36 US-Häfen verhandelt, und die United States Maritime Union (USMX), die Hafenarbeitgeber vertritt, sind sich über die Löhne im neuen Vertrag weiterhin uneinig.
Die International Longshoremen's Association hat gewarnt, dass ihre Mitglieder bereit sein werden, die Arbeit einzustellen, wenn bis zum 1. Oktober keine neuen Verträge erfüllt werden. Dies würde die Industrien zum Stillstand bringen, da die betroffenen Häfen von Maine bis Texas zusammen etwa die Hälfte der Seeimporte des Landes abwickeln.
Laut Everstream Analytics werden in der Pharmaindustrie mehr als 91 % der US-amerikanischen Pharmacontainerimporte und 69 % der Containerexporte über betroffene Häfen abgewickelt.
Mehr als ein Drittel der aus den Vereinigten Staaten exportierten Container mit lebensrettenden Medikamenten verlassen den Hafen von Norfolk, Virginia, während fast 30 % der in Containern verpackten Arzneimittelimporte vom Hafen von Charleston, South Carolina, in die Vereinigten Staaten gelangen.
Pat Basu, geschäftsführender Gesellschafter bei Varsity Healthcare Partners, sagte, der Streik könne „gefährliche“ Auswirkungen auf den Zugang zu Medikamenten haben, da die „große Mehrheit“ der Medikamente in Häfen umgeschlagen werde.
Basu sagte, der Streik habe zu einer Zeit stattgefunden, als viele Gesundheitsdienstleister bereits auf ein „Just-in-Time“-Versorgungsmodell umgestiegen seien, um Geld zu sparen. Dadurch haben sie weniger Medikamente zur Hand.