Das Batterietechnologieunternehmen ProLogium hat eine Anodenbatterie aus 100 % Siliziumverbundwerkstoff auf den Markt gebracht. Auf dem laufenden Pariser Autosalon betonte das taiwanesische Unternehmen sein Potenzial für den Einsatz in Elektrofahrzeugen und behauptete, es habe einen großen Sprung in der Energiedichte und Ladeeffizienz erzielt, mit einer geschätzten Reichweite von 186 Meilen (300 Kilometer) bei einer fünfminütigen Ladung.


Schauen wir uns gleich die konkreten Daten an. ProLogium gab an, dass sein neues Batteriesystem eine Energiedichte von 321 Wh/kg hat. Dies ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu aktuellen Batterien für Elektrofahrzeuge (EV). Zum Vergleich: Der 53-kWh-Akku des Hyundai Ioniq6 hat eine Nennleistung von 153 Wh/kg, während der hervorragende 4680-Akku von Tesla eine Nennleistung von 232,5 Wh/kg hat.

Die Technologie lädt zudem sehr schnell: In nur 5 Minuten kann der Akku von 5 auf 60 Prozent aufgeladen werden, in 8,5 Minuten auf 80 Prozent. ProLogium betont, dass dies mehr als 80 % schneller ist als die derzeit auf dem Markt erhältliche Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge. Damit hat es das Potenzial, das Problem begrenzter öffentlicher Ladestationen und langer Wartezeiten beim Laden unterwegs zu lösen.

Die Batterien zeichnen sich außerdem durch ein modulares Design aus, das die Reparatur und das Recycling erleichtert und möglicherweise die Kosten für die Nutzung von Elektrofahrzeugen senkt.

ProLogium wies darauf hin, dass das Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen auch auf die Kommerzialisierung von Energielösungen ausweitet. Das Unternehmen arbeitet mit dem deutschen Automobilantriebs- und Technologieunternehmen FEV zusammen, um in naher Zukunft mit der Produktion von Batteriepaketen zu beginnen.


ProLogium arbeitet mit der deutschen FEV zusammen, um Batteriepacks herzustellen

Dies schafft die Voraussetzungen für einen harten Wettbewerb bei der nächsten Generation von Batterien für Elektrofahrzeuge. Vor einigen Wochen gab Panasonic bekannt, dass seine leichte und kompakte 4680-Batteriezelle kurz vor der Massenproduktion steht. Im November letzten Jahres ging Panasonic eine Partnerschaft mit dem in Washington ansässigen Unternehmen Sila ein, um dessen Siliziumanodentechnologie zu nutzen und die Energiedichte der Batterie um 25 % zu erhöhen.

Mit Blick auf die Zukunft hat Schweden eine kohlenstofffaserbasierte Technologie vorgeschlagen, die es ermöglichen könnte, dass Batterien gleichzeitig als tragendes Material eines Autos fungieren. Dadurch ist die Batterie im Wesentlichen „masselos“, da das Gewicht der Batterie nicht zum Gewicht des Fahrzeugs beiträgt, sondern von der Fahrzeugstruktur losgelöst ist.

Angesichts der wachsenden Notwendigkeit, von Autos mit Verbrennungsmotor auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, wird die Reichweitenangst endlich angegangen.