Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten PersonenGoogleist in Gesprächen über die Übernahme des Cloud-Sicherheitsunternehmens Wiz Inc. für 33 Milliarden US-Dollar. Damit werden Übernahmegespräche wieder aufgenommen, die im vergangenen Sommer nach langwierigen Verhandlungen ausgesetzt worden waren.Der Deal, der bereits am Dienstag bekannt gegeben werden könnte, wäre Googles größte Akquisition aller Zeiten und könnte dazu beitragen, im hart umkämpften Cloud-Computing-Markt mit Microsoft und Amazon gleichzuziehen. Das Cloud-Geschäft des Internet-Suchunternehmens hat in den letzten Quartalen nach Jahren der Verluste Gewinne erwirtschaftet, auch wenn sich das Umsatzwachstum verlangsamte.
Die Vertragsbedingungen stehen noch nicht fest und könnten sich noch ändern, und die Verhandlungen könnten ergebnislos enden. Ein Vertreter von Wiz lehnte eine Stellungnahme ab und Google reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Für Wiz stellen diese Verhandlungen einen Wendepunkt dar. Im Juli letzten Jahres lehnte das Unternehmen ein 23-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot von Google ab und beharrte auf Plänen, unabhängig zu bleiben und schließlich einen Börsengang durchzuführen. Wiz und seine Investoren lehnten die Übernahme damals teilweise ab, weil sie Bedenken hinsichtlich langwieriger behördlicher Genehmigungsverfahren hatten, da die Wettbewerbsbehörden in den USA und Europa die wirtschaftliche Schlagkraft und Marktmacht der Technologiebranche genau überwachen.
Assaf Rappaport, CEO von Wiz, beschrieb das Übernahmeangebot von Google im vergangenen Jahr einmal als „demütigend“ und sagte, er ziehe es vor, Wiz zu einem unabhängigen Cybersicherheitsriesen zu entwickeln, um mit Unternehmen wie CrowdStrike (CRWD.US) und Palo Alto Networks (PANW.US) zu konkurrieren.
Obwohl die Regierung von US-Präsident Donald Trump für ein entspannteres Handelsumfeld sorgen könnte, dürfte die geplante Übernahme von Google immer noch die Aufmerksamkeit der Kartellbehörden auf sich ziehen. Google kämpft bereits mit mehreren kartellrechtlichen Anfechtungen, darunter dem Vorwurf des US-Justizministeriums, das Unternehmen habe seine Dominanz bei der Online-Suche missbraucht. In einem anderen Fall entschied ein Bundesrichter letztes Jahr, dass Google ein illegales Suchmonopol aufrechterhalte. Das Unternehmen steht außerdem vor einem weiteren Kartellverfahren wegen seiner digitalen Werbetools.
Allerdings liegt das Cloud-Geschäft von Google nach Microsoft und Amazon an dritter Stelle auf dem Markt, was eine Grundlage dafür bieten könnte, die Bedenken der Regulierungsbehörden hinsichtlich der Konzentration des Cloud-Geschäftsmarkts zu zerstreuen.
Wiz wurde von Israelis gegründet und hat seinen Hauptsitz in New York. Zu den Investoren zählen Sequoia Capital, Index Ventures, Insight Partners und Cyberstarts. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde mit 12 Milliarden US-Dollar bewertet.