Ingenieure in Japan haben Geschwindigkeitsrekorde bei der Datenübertragung gebrochen, wobei es dem Team gelungen ist, mehr als das Zwanzigfache des weltweiten Internetverkehrs pro Sekunde über eine einzige Glasfaser zu übertragen. Wenn Sie zu den wenigen Glücklichen gehören, die über einen der schnellsten privaten Internetanschlüsse der Welt verfügen, ist in Ihrem Zuhause ein 10-Gbit/s-Breitbandanschluss installiert. Eine kleine Anzahl von Menschen nutzt 1-Gbit/s-Verbindungen, und der Durchschnittsbürger kann sich normalerweise nur ein paar hundert Mbit/s leisten.

Doch nun hat Japans National Institute of Information and Communications Technology (NICT) eine absolut wahnsinnige Datenübertragungsrate von 22,9 Petabits pro Sekunde erreicht. Um das ins rechte Licht zu rücken: Das ist genug Geschwindigkeit, um den gesamten Internetverkehr 22 Mal pro Sekunde zu übertragen und trotzdem noch Bandbreite übrig zu haben. Selbst mit den aktuellen Fähigkeiten der NASA können nur 0,046 Pb/s übertragen werden.

Um diesen Meilenstein zu erreichen, nutzte NICT eine Reihe neuer Technologien. Anstelle nur einer Ader zur Datenübertragung enthält das Kabel 38 Adern, von denen jede Daten in drei Modi übertragen kann, also insgesamt 114 räumliche Kanäle.

Jeder Modus in jedem räumlichen Kanal besteht aus 750 Wellenlängenkanälen in drei Bändern (S, C und L) mit einer Bandbreite von 18,8 THz.

Die Rate von 22,9 Pb/s ist mehr als das Doppelte des bisherigen Rekords aus dem Jahr 2020. Das Forschungsteam sagte, dass durch die Optimierung der Fehlerkorrekturfunktion die Spitzengeschwindigkeit des Systems 24,7 Pb/s erreichen kann.

Erwarten Sie jedoch nicht, dass Sie in naher Zukunft alle Netflix-Inhalte in einem Bruchteil einer Sekunde streamen können. Diese Datendekodierungstechnik erfordert eine komplexe Signalverarbeitung und erfordert spezielle Geräte, sogenannte MIMO-Empfänger, die im gesamten Netzwerk installiert sind. Kurzfristig könnte eine Quad-Core-Version, bei der jeder Kern Daten in nur einem Modus überträgt, mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel sein und dennoch Datenübertragungsgeschwindigkeiten von über 1 Pb pro Sekunde erreichen.

Die Forschungsergebnisse wurden im Oktober auf der European Optical Communications Conference in Schottland vorgestellt.