Ein Start-up-Unternehmen in San Francisco, USA, gab bekannt, dass es mithilfe der Kernfusion Quecksilber in Gold verwandeln kann. Laut einer von Marathon Fusion veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit wird vorgeschlagen, die bei der Kernfusionsreaktion freigesetzten Neutronen zu nutzen, um durch den Kerntransmutationsprozess Gold herzustellen. Das Unternehmen schätzt, dass ein Fusionskraftwerk, das diese Technologie nutzt, 5.000 Kilogramm Gold pro 1.000 Megawatt erzeugter Elektrizität produzieren kann, ein Wert, der seinen Einnahmen aus der Stromerzeugung entspricht.

Obwohl das Papier noch nicht einem Peer-Review unterzogen wurde, hat es von einigen Experten auf diesem Gebiet positive Reaktionen erhalten.

Dr. Ahmed Diallo, Plasmaphysiker am Princeton National Laboratory des US-Energieministeriums, sagte, die Lösung sehe „in der Theorie großartig aus“ und Experten, mit denen er kommunizierte, seien davon begeistert.

Die technische Lösung von Marathon Fusion basiert auf bestehenden Fusionsreaktionsprinzipien. Traditionelle Fusionsexperimente verwenden Tokamak-Geräte, um zwei Wasserstoffisotope, Deuterium und Tritium, auf extrem hohe Temperaturen zu erhitzen, sodass sie zu Helium verschmelzen und eine große Menge an Energie in Form von Neutronen freisetzen.

Das Unternehmen schlug vor, das Isotop Quecksilber-198 in die „Brüterhülle“ des Fusionskraftwerks einzubringen und es mithilfe hochenergetischer Neutronen in Quecksilber-197 umzuwandeln. Quecksilber-197 ist ein instabiles Isotop, das innerhalb von etwa 64 Stunden in Gold-197, das einzige stabile Isotop von Gold, zerfällt.

Die größte Herausforderung bei dieser Technologie besteht darin, dass durch die Anwesenheit anderer Quecksilberisotope instabile Goldisotope entstehen können, wodurch das produzierte Gold teilweise radioaktiv ist. Rutkowski schätzt, dass das Gold 14 bis 18 Jahre lang gelagert werden müsste, bevor es als völlig sicher bezeichnet werden könnte.

Obwohl Physiker bereits früher Gold mithilfe von Teilchenbeschleunigern synthetisierten, waren die Ausbeuten äußerst gering und kostspielig. Anfang dieses Jahres beobachteten Wissenschaftler des Europäischen Zentrums für Kernforschung (Cern) am Large Hadron Collider, wie sich Bleiatome bei Hochgeschwindigkeitskollisionen aus nächster Nähe in Gold verwandelten.

Dieser technologische Durchbruch könnte der Kernfusionsindustrie neue Einnahmequellen eröffnen und dazu beitragen, die Kommerzialisierung der Kernfusion zu beschleunigen.

Den neuesten Branchenstudien zufolge haben globale Fusionsunternehmen in den zwölf Monaten bis Juli 2,6 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wobei die Gesamtinvestitionen 9,8 Milliarden US-Dollar erreichten.