Forscher der Universität RomentwickeltEine Methode kann angeblich Personen allein anhand der Art und Weise, wie ihr Körper WLAN-Signale stört, neu identifizieren – ein Durchbruch, der die Debatten über Privatsphäre und Überwachung neu entfachen könnte. Die Technologie ist leistungsfähiger und weniger aufdringlich als biometrische Systeme, die auf Gesichtern, Fingerabdrücken oder Mobilgeräten basieren. und im Gegensatz zu fest installierten Kameras oder Scannern kann es Personen in jedem Raum verfolgen, der von einem Wi-Fi-Netzwerk abgedeckt wird.

Die Autoren der Studie, die Informatiker Danilo Avola, Daniele Pannone, Dario Montagnini und Emad Emam, beschreiben WhoFi als eine neue Art biometrischer Identifikationstechnologie. Es basiert nicht auf visuellen Elementen, Wearables oder Verhaltensmerkmalen, sondern leitet stattdessen die einzigartige „Signatur“ einer Person aus Änderungen in den Zustandsinformationen des Wi-Fi-Kanals ab, die Änderungen in der Signalamplitude und -phase erfasst, wenn elektromagnetische Wellen mit physischen Hindernissen interagieren.

„Die Kernerkenntnis besteht darin, dass bei der Ausbreitung eines Wi-Fi-Signals durch die Umgebung seine Wellenform durch die Anwesenheit und die physischen Eigenschaften von Objekten und Personen auf dem Weg verändert wird“, schreiben die Autoren. „Diese Veränderungen … sind reich an biometrischen Informationen.“

Um ihre Hypothese zu testen, trainierten die Forscher ein tiefes neuronales Netzwerk, um Signaländerungen zu identifizieren, die für Einzelpersonen einzigartig sind. Das System lernt, verschiedene Personen zu erkennen, indem es analysiert, wie jede Person Wi-Fi-Signale verändert, selbst in unterschiedlichen Umgebungen. Beim Test mit dem NTU-Fi-Datensatz, einem weit verbreiteten Wi-Fi-basierten Benchmark für die menschliche Wahrnehmung, erreichte WhoFi mithilfe eines Transformer-basierten Deep-Learning-Modells eine Wiedererkennungsgenauigkeit von bis zu 95,5 %.

Diese Technologie zur Nutzung von Wi-Fi zur Wahrnehmung des menschlichen Körpers ist nicht neu. Im letzten Jahrzehnt haben Forscher Anwendungen erforscht, die von der Sturzerkennung über die Erkennung durch Wände bis hin zur Gestenerkennung reichen. EyeFi, eine ähnliche Methode, die im Jahr 2020 vorgeschlagen wurde, berichtete, dass die Genauigkeit der erneuten Identifizierung von Personen etwa 75 % betrug. Die Autoren von WhoFi glauben, dass ihre Methode genauer ist und an verschiedenen Standorten zuverlässig funktioniert.

    Auch wenn die Wi-Fi-basierte Re-Identifizierungstechnologie aus technischer Sicht vielversprechend ist, wirft sie ernsthafte ethische Bedenken auf. Im Gegensatz zu sichtbaren und identifizierbaren Kameras oder RFID-Tags sind Wi-Fi-Signale allgegenwärtig und oft schwer zu erkennen, da sie eher für die Übertragung von Daten als für die Verfolgung konzipiert sind. Das Register stellte fest, dass Befürworter dieses aufstrebenden Bereichs argumentieren, dass die Wi-Fi-Sensortechnologie eine stärker auf den Datenschutz ausgerichtete Alternative zur visuellen Überwachung sei, da sie keine Bilder aufzeichne. Kritiker argumentieren jedoch, dass eine fortgesetzte Verfolgung – insbesondere ohne Wissen oder Zustimmung der überwachten Person – die Tür zu neuen verdeckten Formen der Überwachung öffnen könnte.

    Das Team ist sich der Spannung zwischen Innovation und Privatsphäre bewusst. Sie bestehen zwar darauf, dass WhoFi persönliche Identitäten oder personenbezogene Daten nicht direkt erfasst, sind sich jedoch bewusst, dass es missbraucht werden könnte, wenn es ohne angemessene Schutzmaßnahmen eingesetzt wird.

    Derzeit befindet sich diese Forschung noch im akademischen Stadium und es gibt keine Pläne für kommerzielle oder staatliche Anwendungen. Da jedoch mit Wi-Fi ausgestattete Umgebungen immer allgegenwärtiger werden, könnte die Möglichkeit, dass unser Körper in der Lage ist, Identitätsinformationen ohne jegliche Ausrüstung lautlos zu übertragen, bald vom Experiment zur Realität werden.