Laut Nachrichten vom 5. Dezember gehen japanische Toyota-Führungskräfte in Europa davon aus, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis Elektrofahrzeuge vor Ort vollständig populär sind, und das Unternehmen bereitet sich darauf vor, etwa 2026 eine lokale Produktion reiner Elektrofahrzeuge zu erreichen. Yoshihiro Nakata, CEO von Toyota Europe, sagte, dass Europa immer noch die Schlüsselelemente für eine starke Popularisierung von Elektrofahrzeugen fehlen, aber die Entwicklung lokaler Elektrofahrzeuge hat Toyota ausgereicht, um über lokale Produktionspläne nachzudenken.
Yoshihiro Nakada sagte letzte Woche in einem Interview in Brüssel, dass Toyota bis 2026 etwa 15 verschiedene emissionsfreie Fahrzeuge auf dem europäischen Markt haben wird und das Unternehmen bis dahin voraussichtlich mehr als 250.000 batterieelektrische Fahrzeuge ausliefern wird.
„Uns war immer klar, dass wir reine Elektrofahrzeuge vor Ort produzieren werden, wenn wir eine nachhaltige Produktion gewährleisten können“, sagte Nakata. „Wir glauben, dass wir diesen Schritt in diesem Zeitrahmen schaffen können.“
Die Lokalisierung der Produktion außerhalb Japans ist für Toyota keine leichte Entscheidung. 26 Jahre nach der Einführung des Prius hat Toyota das Hybridauto immer noch nicht im Ausland montiert. Im Jahr 2010, zehn Jahre nach dem Export des Prius nach Europa, begann Toyota mit der Produktion von Hybridfahrzeugen vor Ort.
Die Bereitschaft von Toyota, ein ungefähres Datum für den Beginn der lokalen Produktion in Europa bekannt zu geben, ist besonders wichtig angesichts der typisch vorsichtigen Vorgehensweise von Toyota und der seit langem bestehenden Skepsis des Unternehmens hinsichtlich der Bereitschaft der Mainstream-Verbraucher, vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Dies zeigt, dass sich die Branche trotz Bedenken hinsichtlich einer Verlangsamung des EV-Wachstums immer noch in die richtige Richtung bewegt.
Matt Harrison, Chief Operating Officer von Toyota Europe, sagte in einem Interview, dass Toyota noch viel zu tun habe, um die lokale Batterielieferkette in Europa zu verbessern, das öffentliche Ladeinfrastrukturnetz auszubauen und einen Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge aufzubauen. Es gibt mehrere lokale Faktoren, die dafür sprechen, darunter ein weit verbreitetes Umweltbewusstsein bei Verbrauchern und politischen Entscheidungsträgern, die strikt Ziele zur Emissionsreduzierung verfolgen.
Mehrere europäische Autohersteller stehen derzeit vor Herausforderungen beim Verkauf von Elektrofahrzeugen, was auch die mittelfristigen Aussichten von Toyota für Elektrofahrzeuge weniger dringlich macht. Mercedes-Benz bezeichnete den Wettbewerb im Elektrofahrzeugbereich kürzlich als „brutal“; Volkswagen begann mit der Entlassung von Mitarbeitern, stellte die Produktion ein und stornierte Pläne zum Bau einer neuen Fabrik für Elektrofahrzeuge, weil das Unternehmen seine Auftragsziele nicht erreichte. Renault hat den Start seines Elektrofahrzeuggeschäfts auf nächstes Jahr verschoben.
„Der Anreiz ist noch nicht ganz da, daher überrascht es mich nicht, dass wir ein wenig wackelig sind“, sagte Harrison. „Bevor wir mit dem Umzug beginnen, müssen viele grundlegende Dinge geklärt werden.“
Bislang hat Toyota den Preis für das Abwürgen reiner Elektrofahrzeuge nicht bezahlt, und das liegt daran, dass das Unternehmen mehr als zwei Dutzend Hybridfahrzeuge im Angebot hat. Das Unternehmen hat mehr als 300.000 Bestellungen in Europa und geht davon aus, dass der Umsatz im nächsten Jahr weiter steigen wird, wenn der Markt stagniert.
Carlos Tavares, CEO von Stellantis NV, gab kürzlich bekannt, dass er sich auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im kommenden Juni vorbereitet, was zu einer Verlagerung der lokalen Politik auf reine Elektrofahrzeuge führen könnte. Aber Harrison sagte, dass ein Wechsel in der Führung wahrscheinlich keine drastischen Veränderungen mit sich bringen werde.
In Europa, so Harrison, „gibt es bei den Verbrauchern eine starke Grundverantwortung und Gewohnheit, die sich nicht von einer Umweltagenda beeinflussen lässt.“