Vor mehr als 10 Millionen Jahren erhielten die alten Affen in Afrika zusätzliche Nährstoffe durch den Verzehr von gefallenen und fermentierten Früchten, ein Verhalten, das möglicherweise den Grundstein für die Entwicklung der Alkoholtoleranz beim Menschen gelegt hat. Kürzlich in BioScience veröffentlichte Forschungsergebnisse liefern neue Beweise für die „Hypothese des betrunkenen Affen“ und bezeichnen das Verhalten von Affen, die vom Boden fallengelassene Früchte fressen, als „Scrumpeln“.

Ethanol ist eine Form von Alkohol, die natürlicherweise in fermentierten Früchten vorkommt, und viele Tiere werden durch den Verzehr dieser Art von Nahrung „kippig“. Menschen begannen bereits vor 8.000 Jahren mit dem Brauen alkoholischer Getränke, und die Domestizierung von Getreide diente möglicherweise ursprünglich dem Brauen von Wein und nicht der Herstellung von Brot. Evolutionsbiologen vermuten, dass alte Affen, die sie essen konnten, zusätzliche Ressourcen gewannen, die andere Tiere meideten, weil sich faule, fermentierte Früchte leicht am Geruch lokalisieren ließen.

Einen wichtigen Hinweis darauf, wann unsere Vorfahren diese Fähigkeit erworben haben, lieferte eine Analyse der Alkohol-metabolisierenden Gene von 18 Primatenarten aus dem Jahr 2015. Die Studie ergab, dass Menschen, Schimpansen und Gorillas eine genetische Mutation gemeinsam haben, die die Effizienz kodierender Enzyme um das 40-fache erhöht. Unter der Annahme, dass diese Mutation bei ihrem gemeinsamen Vorfahren vorhanden war, könnte sie bis vor mindestens 10 Millionen Jahren zurückverfolgt werden. Den Wissenschaftlern fehlen jedoch Daten, die belegen, ob die von Affen verzehrte Menge an fermentierter Nahrung ausreicht, um die Hypothese des „betrunkenen Affen“ zu stützen.

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Um diese Lücke zu schließen, analysierten Forscher am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten Daten zum Affenfress in Feldaufzeichnungen und fanden heraus, dass das „Obstpflücken“-Verhalten afrikanischer Affen (Schimpansen und Gorillas) 25 bis 62 % ihrer Obstaufnahme ausmacht, während Orang-Utans, die entfernt mit Menschen verwandt sind, fast keine gemahlenen Früchte essen. Dieser Unterschied kann mit dem Vorhandensein oder Fehlen genetischer Mutationen zusammenhängen.

Forscher glauben, dass die Beziehung von Primaten zu fermentierten Lebensmitteln tiefgreifende evolutionäre Bedeutung hat. Als der Mensch vor etwa 10.000 Jahren mit der Weinherstellung begann, verfügte sein Körper bereits über die Fähigkeit, Alkohol zu verstoffwechseln. Diese Anpassung könnte auf das „Obstpflück“-Verhalten alter Affen zurückzuführen sein.