Am 5. September 2025 kündigte Anthropic an, die Bereitstellung von Claude an Gruppen oder deren Tochtergesellschaften, deren Mehrheitsanteile von chinesischem Kapital gehalten werden, sofort einzustellen. Dieser Schritt bedeutet, dass jedes Unternehmen, das direkt oder indirekt von einem chinesischen Unternehmen kontrolliert wird (mehr als 50 % der Anteile), die Dienste von Anthropic nicht mehr nutzen darf.

Diese Richtlinie gilt nicht nur für Unternehmen auf dem chinesischen Festland, sondern auch für Organisationen mit ausländischen Tochtergesellschaften, Cloud-Service-Transitunternehmen oder Investmentunternehmen mit chinesischem Hintergrund.

Anthropic erklärte in einer Ankündigung auf seiner offiziellen Website, dass dieser Schritt eine Reaktion auf rechtliche, regulatorische und nationale Sicherheitsrisiken sei.

Neben chinesischen Unternehmen gilt die Richtlinie auch für andere Unternehmen, die von den Vereinigten Staaten als „gegnerische Nationen“ angesehen werden, wie etwa Russland, Iran, Nordkorea und andere Unternehmen. 

Der Schritt soll auch die Möglichkeit eindämmen, dass chinesische Unternehmen Exportkontrollen umgehen, um fortschrittliche KI-Technologie zu erwerben, indem sie Tochtergesellschaften im Ausland, beispielsweise in Singapur, registrieren oder Cloud-Dienste von Drittanbietern nutzen, so ein Briefing eines Anthropic-Managers gegenüber der Financial Times. 

Dies ist der erste Fall, in dem ein US-amerikanisches KI-Unternehmen solche Beschränkungen öffentlich bekannt gegeben hat, was darauf hindeutet, dass US-Technologieunternehmen bei der Ergreifung präventiver Maßnahmen hinsichtlich Beschränkungen von KI-Exporten und -Dienstleistungen möglicherweise proaktiver vorgehen.