Dai Zihai, ein Physiker an der Cornell University in den Vereinigten Staaten, schlug kürzlich vor, dass das Universum derzeit etwa die Hälfte seiner 33 Milliarden Jahre langen Lebensdauer erreicht hat und in etwa 11 Milliarden Jahren aufhören wird, sich auszudehnen. Schließlich wird es zu einem „kosmischen Big Crunch“ kommen und die gesamte Materie wird auf einen einzigen Punkt schrumpfen.

Basierend auf den neuesten Daten zur Beobachtung der Dunklen Energie aktualisierte Dai Zihai das kosmologische Modell und übernahm die Theorie der „kosmologischen Konstante“, eine Methode, die Einstein vor mehr als einem Jahrhundert zur Beschreibung der Expansion des Universums vorgeschlagen hatte. Dai Zihai sagte: „In den letzten 20 Jahren glaubte jeder, die kosmologische Konstante sei positiv und das Universum würde sich unendlich ausdehnen. Neue Daten zeigen jedoch, dass die kosmologische Konstante negativ ist und das Universum schließlich schrumpfen und zusammenbrechen wird.“

Die Forschung wurde im Journal of Cosmology and Astroparticle Physics veröffentlicht. Dai Zihai sagte anhand von Modellen voraus, dass der „Big Crunch“ in etwa 20 Milliarden Jahren stattfinden wird, wenn Raum und Zeit enden werden.

In diesem Jahr zeigen neue Berichte des Dark Energy Survey (DES) in Chile und des Dark Energy Spectroradiometer (DESI) in Arizona, USA, dass dunkle Energie, die 68 % der Masse und Energie des Universums ausmacht, nicht vollständig von kosmologischen Konstanten abgeleitet ist und immer noch unbekannte Komponenten enthält. Das Team schlug vor, dass es im frühen Universum hypothetische Teilchen mit extrem geringer Masse gegeben haben könnte, die einst als kosmologische Konstanten fungierten, heute aber keine dominante Rolle mehr spielen. Das Modell stimmt gut mit den Beobachtungsdaten überein und verschiebt die kosmologische Konstante in den negativen Bereich.

Dai Zihai betonte: „Die Idee, dass eine negative kosmologische Konstante letztendlich zum Zusammenbruch des Universums führt, ist nicht neu, aber wir können mithilfe von Modellen quantitativ vorhersagen, wann und wie es zusammenbrechen wird.“

Große wissenschaftliche Forschungsteams auf der ganzen Welt messen die Entfernungen und Bedingungen der Dunklen Energie zwischen Millionen von Galaxien im Rahmen verschiedener Projekte zur Beobachtung der Dunklen Energie, um genauere Daten zu erhalten. DESI wird die Beobachtung noch ein weiteres Jahr fortsetzen, und auch andere Einrichtungen wie der Zwicky Survey, das EU Euclid Space Telescope, das SPHEREx-Projekt und das Vera C. Rubin Observatory treiben entsprechende Forschungen voran.

Dai Zihai glaubt, dass die quantitative Analyse der Lebensdauer des Universums den Menschen helfen wird, die Entwicklung des Universums tiefgreifend zu verstehen. „Jedes Leben möchte sein Ende wissen, und das Gleiche gilt für das Universum. In den 1960er Jahren wussten wir, dass das Universum einen Anfang hatte, und jetzt geben uns die neuesten Daten einen Einblick in sein Ende.“

Zusammengestellt von /ScitechDaily