Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat kürzlich bestätigt, dass er Microsoft Office schrittweise aufgeben und künftig die von der Europäischen Union unabhängig entwickelte OpenDesk-Plattform als Hauptbüro und Kollaborationstool verwenden wird. Der Schritt unterstreicht die wachsende Kluft zwischen EU-Institutionen und US-amerikanischen Softwareanbietern, insbesondere da Fragen der digitalen Souveränität immer wichtiger werden.

Es wird berichtet, dass diese Änderung auf die wachsende Nachfrage der EU nach unabhängiger digitaler Technologie zurückzuführen ist und die zuständigen Behörden hoffen, durch lokalisierte Software Geschäftsautonomie und Informationssicherheit zu gewährleisten. In den letzten Jahren haben große amerikanische Technologieunternehmen ihren globalen Einfluss erhöht. Da sich die internationale Lage verändert, haben nicht-amerikanische öffentliche Institutionen wie der IStGH nach Alternativen gesucht. Es gibt Berichte, dass Microsoft die E-Mail-Konten von Karim Khan, dem Chefankläger des Gerichts, und anderen Beamten gelöscht hat, nachdem die Trump-Regierung eine neue Runde von Sanktionen gegen den IStGH verhängt hatte. Microsoft bestritt dies jedoch und betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem ICC nach wie vor „wertvoll“ sei und dass es derzeit keine praktischen Hindernisse für die weitere Bereitstellung von Software und Diensten für den ICC gebe.

OpenDesk wird unter Federführung des Deutschen Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS) entwickelt und wird von Anfang bis Ende als „souveräne“ Office-Plattform angepriesen. Diese Suite ist auf Geschäftsanwender und Teamzusammenarbeit zugeschnitten und integriert jetzt gängige Tools wie Kalender, Chat, Kontakte, E-Mail, Dokumente usw., um einen sicheren und effizienten digitalen Arbeitsplatz bereitzustellen. ZenDiS wurde 2022 von der Bundesregierung gegründet und ist als öffentliches Unternehmen positioniert, das sich auf die Erfüllung der Bedürfnisse des öffentlichen Sektors in Deutschland und der EU nach digitaler Autonomie konzentriert. Derzeit arbeiten wir auch eng mit Frankreich und anderen Ländern zusammen, um gemeinsam lokalisierte Cloud-Dokumentlösungen zu entwickeln und so eine unabhängigere digitale Infrastruktur aufzubauen.

Kürzlich gab ZenDiS den Start einer neuen europäischen Kooperationsallianz bekannt. In Zukunft wird es gemeinsam mit Partnern wie Frankreich, Italien und den Niederlanden die souveräne digitale Infrastruktur der EU aufbauen und so die technologische Kluft zu den Vereinigten Staaten weiter verstärken. Microsoft hat den ICC aufgefordert, seine Entscheidung, Office zu ersetzen, zu überdenken, aber die Branche geht allgemein davon aus, dass sich die Streitigkeiten und technologischen Kämpfe um die digitale Souveränität in den nächsten Jahren weiter verschärfen werden.