Forscher der Universität Uppsala und der Universität Göteborg in Schweden haben kürzlich einen neuen entspiegelten elektronischen Tintenbildschirm vorgeschlagen, der eine extrem hohe Pixeldichte erreichen kann und voraussichtlich die Mängel der elektronischen Tintenanzeigetechnologie in Bezug auf Klarheit und Farbwiedergabe beheben und Durchbrüche bei Anwendungen wie tragbaren Geräten bringen wird.

Bei dieser als „Retina E-Paper“ bezeichneten Methode werden Wolframdioxid-Nanoscheiben während eines elektrischen Reduktionsprozesses einer reversiblen Isolator-zu-Metall-Umwandlung unterzogen, wodurch das Reflexionsvermögen und der Kontrast des Bildschirms in extrem kleinen Maßstäben genau gesteuert werden. Die Pixelgröße des auf diese Weise hergestellten elektronischen Papiers beträgt nur 560 Nanometer, kleiner als manche Bakterien, und die Pixeldichte übersteigt 25.000 Punkte pro Zoll.
Im Vergleich zu vorhandenen Displays liegen die meisten iPhone-Bildschirme derzeit bei etwa 460 PPI, hochauflösende Tablet- und PC-Bildschirme bei etwa 200 PPI und die neuesten E-Ink-Schwarzweißbildschirme können nur 300 PPI erreichen, was im Farbmodus halbiert wird. Diese „Retina-Level-E-Paper“-Technologie kann auf einer Bildschirmfläche von nur 2 Quadratmillimetern eine Auflösung auf Smartphone-Niveau erreichen. Theoretisch kann sogar eine 4K-Auflösung auf einem Bildschirm in der Größe einer Kontaktlinse erreicht werden; Umgerechnet auf einen herkömmlichen Leseabstand können auch Bildschirme normaler Größe ein äußerst klares visuelles Erlebnis genießen.

Diese Anzeigetechnologie basiert auf dem geringen Energieverbrauch und der hervorragenden Lesbarkeit elektronischer Tinte im Sonnenlicht, um den Kontrast und die Sichtbarkeit im Freien deutlich zu verbessern. Forscher schätzen, dass der Energieverbrauch für statische Bilder nur 0,5 Milliwatt pro Quadratzentimeter beträgt und die Videowiedergabe 1,7 Milliwatt beträgt, was viel weniger ist als bei bestehenden E-Ink-Panels. Derzeit kann die maximale Bildwiederholfrequenz gängiger E-Ink-Displays 60 Hz erreichen. Obwohl die neue Technologie auch Farbe und stereoskopisches Sehen (Anaglyphen-3D) unterstützt, ist die hohe Bildwiederholfrequenz immer noch schlechter als bei LCD- und LED-Bildschirmen. Experimentelle Daten zeigen, dass die Bildwiederholfrequenz mehr als 25 Hz erreichen kann, die Grenzparameter wurden jedoch nicht bekannt gegeben.
Es ist erwähnenswert, dass Physiker der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg ebenfalls eine neue Methode vorgeschlagen haben, um OLED-Pixel auf 300 Quadratnanometer zu verkleinern. Es wird erwartet, dass tragbare Geräte in Zukunft 1080p-Panels auf einem Quadratmillimeter Platz integrieren können und die Pixeldichte 55.000 PPI überschreiten kann. Allerdings unterstützt die Technologie derzeit nur orangefarbene Displays und es ist noch unklar, wann sie kommerzialisiert wird.
Diese „Retina-Grade Electronic Paper“-Technologie soll die Entwicklung der nächsten Generation hochauflösender Anzeigegeräte mit geringem Energieverbrauch vorantreiben, die sich insbesondere für Smart Wearables und neue tragbare Anzeigeprodukte eignen.