Aktuellen Berichten zufolge hat Apple vorgeschlagen, die iPhone-Nahfeldkommunikation, die Kernfunktion von ApplePay, für andere Zahlungsdienste zu öffnen, um Kartellklagen der Europäischen Union abzuwehren. Der Reuters-Bericht vom Dienstag enthielt nur wenige Details. Der Bericht zitierte „drei mit der Angelegenheit vertraute Personen“ und ging nicht auf die Hintergründe des angeblichen Vorschlags ein.
Der ganze Vorfall begann im Jahr 2019. Vor vier Jahren forderten EU-Ermittler Zahlungsunternehmen auf, Feedback zu Apple Pay zu geben. Sie befürchten, dass die Entscheidung von Apple, den NFC-Chip des iPhones auf die Verwendung mit Apple Pay zu beschränken, andere Unternehmen daran hindern wird, in den Markt für mobile Zahlungen einzusteigen.
Die Europäische Kommission, die das EU-Kartellrecht überwacht, warf Apple seit der Einführung von Apple Pay im Jahr 2015 wettbewerbswidriges Verhalten vor. Beamte sind davon überzeugt, dass die Beschränkung des im iPhone integrierten NFC-Chips durch Apple auf Apple Pay der Schlüssel zum Problem ist.
In der EU ist ApplePay weder der dominierende mobile Zahlungsdienst, noch macht Apple den Großteil der Smartphone-Verkäufe aus.
Die EU ist nicht die erste Regierungsbehörde, die Apples Umgang mit NFC auf seinen Geräten kritisiert. Kurz nach der Einführung von ApplePay versuchten einige bekannte Banken in Australien, ApplePay zu boykottieren, um die Nutzung von NFC-Hardware in Apple-Geräten durch Dritte auszuhandeln.
Die Banken machten jedoch schließlich einen Rückzieher, nachdem die australische Wettbewerbs- und Verbraucherkommission ihren Boykottantrag im Jahr 2017 abgelehnt hatte.
Die EU prüft derzeit andere Zahlungsmethoden für mobile Geräte wie QR-Codes und Bluetooth-Technologie als Alternativen zum NFC-Chip von Apple.