Kürzlich gab Rockstar Games eine formelle Antwort auf die Kontroverse über die Entlassung von Mitarbeitern heraus und erklärte, dass die Entlassung ausschließlich auf der Weitergabe von Unternehmensgeheimnissen durch den beteiligten Mitarbeiter beruhte und nichts mit Gewerkschaftsaktivitäten zu tun habe. Diese Aussage ist eine direkte Widerlegung des früheren Vorwurfs der British Independent Workers Union, „Gewerkschaften zu unterdrücken“.

Laut einem Bericht des Bloomberg-Reporters Jason Schreier hieß es in der offiziellen Erklärung von Rockstar: „Letzte Woche haben wir Maßnahmen gegen eine kleine Gruppe von Mitarbeitern ergriffen, bei denen festgestellt wurde, dass sie vertrauliche Informationen in öffentlichen Foren verbreiten und diskutieren. Diese Maßnahme basierte ausschließlich auf ihren Verstößen gegen Unternehmensrichtlinien und hatte nichts mit dem Recht der Mitarbeiter zu tun, einer Gewerkschaft beizutreten oder sich an Gewerkschaftsaktivitäten zu beteiligen.“ Von der Entlassung sind 30 bis 40 Mitarbeiter in den britischen und kanadischen Büros betroffen.
Im Mittelpunkt des Streits steht jedoch, dass alle entlassenen Mitarbeiter an einer Discord-Chatgruppe der privaten Gewerkschaft teilgenommen haben. Die Independent Workers Union of Great Britain betonte, dass die einzigen externen Akteure in der Gruppe Gewerkschaftsorganisatoren seien. Alex Marshall, Vorsitzender der Gewerkschaft, antwortete: „Rockstar hat offensichtlich Angst, dass Mitarbeiter über private Kanäle über den Kampf für ein gerechteres Arbeitsumfeld und kollektive Rechte diskutieren. Dieser Schritt des Managements zeigt, dass ihnen der Entwicklungsfortschritt von „GTA6“ egal ist und sie die Gewerkschaft vor den Rechten der Spieleentwickler unterdrücken werden.“

Diese Kontroverse brach in einer kritischen Zeit aus, als Rockstar die Entwicklung von „GTA6“ voll vorantrieb. Das Unternehmen ist seit langem für seine strenge Vertraulichkeit bekannt. Insbesondere nachdem „GTA6“ im Jahr 2022 ein großes Leck erlitten hatte, verschärfte das Unternehmen die Sicherheitsmaßnahmen weiter und forderte unter anderem die Mitarbeiter auf, vollständig zur Büroarbeit zurückzukehren.
Derzeit hat die Gewerkschaft deutlich gemacht, dass sie rechtliche Maßnahmen ergreifen wird, um ihre Rechte zu schützen und sich darum zu bemühen, die entlassenen Mitarbeiter wieder in ihre Positionen zu bringen. Der Rockstar-Mutterkonzern Take-Two Interactive bestand darauf, die Entscheidung des Entwicklers zu unterstützen und betonte, dass die Entlassung nur auf „schwerwiegendes Fehlverhalten“ zurückzuführen sei. Da Take-Two seinen Quartalsfinanzbericht am 6. November veröffentlichen soll, erregt die weitere Entwicklung dieses Arbeitskonflikts Aufmerksamkeit.