Die DJI Neo 2-Drohne ist weltweit erhältlich, wird jedoch aufgrund der bevorstehenden Verhängung eines umfassenden Verbots in den USA nicht offiziell in den USA veröffentlicht. Das Verbot wird voraussichtlich im Dezember dieses Jahres in Kraft treten, was die Marktaussichten von DJI in den Vereinigten Staaten zunehmend besorgniserregend macht.

Im Juli dieses Jahres beschuldigte DJI den US-Zoll, seine importierten Produkte wegen Verstoßes gegen das Uiguren-Gesetz zur Verhinderung von Zwangsarbeit beschlagnahmt zu haben. In diesem Zusammenhang wies DJI die entsprechenden Vorwürfe entschieden zurück. Diese Situation hat dazu geführt, dass mehrere DJI-Produkte, darunter die Mavic 4 Pro und die 8K Osmo 360-Kamera, nicht auf den US-Markt gelangen können und die neue Selfie-Drohne Neo 2 auch US-Verbraucher nicht erreichen kann.

Die Situation könnte sich verschlimmern. Gemäß dem US-amerikanischen National Defense Authorization Act (NDAA) von 2025 müssen die nationalen Sicherheitsbehörden der USA bis zum 23. Dezember 2025 eine umfassende Prüfung der DJI-Produkte durchführen; Sollte die Fertigstellung nicht wie geplant erfolgen, wird DJI automatisch in die „Restricted List“ der Federal Communications Commission (FCC) aufgenommen, was bedeutet, dass fast allen DJI-Produkten, die mit drahtlosen Kommunikationsfunktionen ausgestattet sind, der Import und Verkauf in die Vereinigten Staaten untersagt wird.

Im Oktober dieses Jahres stimmte die FCC dafür, Lücken in der „Restricted List“ zu schließen und den Verkauf sämtlicher Geräte, die als nationales Sicherheitsrisiko gelten, in den Vereinigten Staaten zu verbieten. Sobald DJI als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft wird, werden nicht nur zukünftige Produkte verboten, sondern die FCC kann auch zertifizierte oder verkaufte Geräte sowie Tochtergesellschaften, verbundene Unternehmen und Briefkastenfirmen von DJI verbieten.

Gleichzeitig hat auch das US-Handelsministerium signalisiert, dass es den Import von in China hergestellten Drohnen und zugehörigen Teilen einschränken wird, unter anderem als Gründe für Datensicherheit, Kommunikationssicherheit und Risiken in der Lieferkette.

DJI äußerte sich diesbezüglich pessimistisch: Es veröffentlichte diese Woche auf Instagram, dass mit dem Näherrücken der Prüfungsfrist damit zu rechnen sei, dass das Unternehmen in Zukunft von den Vereinigten Staaten vollständig verboten werden könnte. DJI hat wiederholt darum gebeten, eine Prüfungsagentur zu benennen, aber bisher war keine Agentur für die Durchführung relevanter Prüfungen verantwortlich. Selbst wenn das Audit jetzt beginnen würde, wäre es nahezu unmöglich, es in den verbleibenden sechs Wochen abzuschließen.

DJI ruft die amerikanischen Nutzer offiziell auf, dieser Angelegenheit Aufmerksamkeit zu schenken und eine faire Prüfung und Fristverlängerung zu fordern. Die Neo 2-Drohne schaffte es nicht in die USA, ist aber in anderen Ländern erhältlich und verfügt über Funktionen wie ein Lidar-basiertes Hindernisvermeidungssystem, eine Folgegeschwindigkeit von fast 27 Meilen pro Stunde, Gestensteuerung und einen größeren Windwiderstand. Das Gerät wiegt 151 Gramm, hat eine Akkulaufzeit von 19 Minuten und kostet umgerechnet 209 bis 248 US-Dollar.