Das kalifornische Verteidigungstechnologieunternehmen Anduril gab kürzlich bekannt, dass sein halbautomatischer unbemannter Kampfjet-Prototyp „Fury“ seine erste Testflugrunde erfolgreich abgeschlossen hat. Erwähnenswert ist, dass dieses Modell nicht nur niemanden im Cockpit hat, sondern auch das Cockpit-Design komplett aufhebt. Es erreichte diesen wichtigen Meilenstein nur 556 Tage nach Beginn der Forschung und Entwicklung und nahm schnell an der Konkurrenz im globalen Bereich der unbemannten Luftfahrt teil.

Neben Anduril treibt auch ein weiterer Rüstungskonzern, General Atomics, seine experimentelle XQ-67A-Plattform voran, und auch China hat im Bereich Drohnen erhebliche Fortschritte gemacht.

Im September 2023 erwarb Anduril das in North Carolina ansässige Unternehmen Blue Force Technologies, das ursprünglich Fury entwickelt hatte. Anduril selbst konzentriert sich auf den Aufbau einer Softwareplattform, die zur Steuerung und Steuerung von Drohnen genutzt werden kann. Nach der Integration der beiden startete das Testflugzeug YFQ-44A von Anduril am 31. Oktober offiziell das Flugtestprojekt.

Dieser Testflug markiert Andurils Teilnahme am „Cooperative Combat Aircraft“-Programm der US-Luftwaffe, das Drohnenunterstützung für bemannte Kampfflugzeuge bei der Durchführung von Aufklärungs-, Überwachungs- und Luft-Luft- und Luft-Boden-Kampfeinsätzen bietet. Im Gegensatz zu herkömmlichen ferngesteuerten Flügen kann Fury autonom starten, fliegen und landen. Das Bodenpersonal ist für die Überwachung und Erteilung von Anweisungen zur Durchführung oder zum Abbruch von Einsätzen verantwortlich. Allerdings müssen fatale Aktionen wie das Abfeuern von Waffen und das Platzieren von Munition manuell autorisiert werden.

Die Fury-Drohne integriert außerdem ein komplettes Waffensystem und kann autonom Gefechtslagedaten in der Luft sammeln und darauf reagieren. Dr. Jason Levin, Senior Vice President of Engineering bei Anduril, sagte, dass das System in der Lage sei, selbstständig Ziele zu identifizieren und Kampfbefehle zu erteilen und so die Angriffskraft, Überlebensfähigkeit und Kampfeffizienz des gesamten Teams effektiv zu verbessern.

Als Nächstes plant Anduril den Bau einer 5 Millionen Quadratfuß großen Produktionsbasis in Columbus, Ohio, und den Beginn der Massenproduktion in der ersten Hälfte des Jahres 2026. Das Design von Fury konzentriert sich auf eine schnelle, kostengünstige Fertigung und verwendet kommerzielle Regionalflugzeugtriebwerke und gängige Fahrwerkskomponenten anstelle spezieller Antriebssysteme und Ausrüstungen für Militärflugzeuge, was den Stückpreis erheblich senkt. Ein Vertreter des Unternehmens wies kürzlich in einem CBS-Interview darauf hin, dass die Fury eine höhere Produzierbarkeit und Kostenvorteile als herkömmliche Kampfflugzeuge aufweist.

Die größte Herausforderung, Fury zu echten Luftkampffähigkeiten zu bringen, liegt in seiner integrierten Software und künstlichen Intelligenz. Das System kann auf der Grundlage komplexer Schlachtfeldinformationen autonome Entscheidungen treffen, die möglicherweise die Art und Weise verändern, wie Länder auf Konflikte reagieren. Obwohl der technologische Fortschritt zu Veränderungen bei Kampfeinsätzen geführt hat, hat er auch Fragen der Autonomie und Verantwortung bei unbemannten Waffeneinsätzen aufgeworfen, ähnlich wie die neuen Herausforderungen, die der Fernbetrieb von Drohnen heute mit sich bringt. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Modernisierung des Flugkontrollsystems, sondern es bedeutet auch, dass sich politische Entscheidungsträger und Militärstrategen in Zukunft mit einer Reihe neuer Probleme auseinandersetzen müssen.