Die deutsche Automobilzulieferkette steht weiterhin unter Druck durch Chipknappheit aufgrund des Nexperia-Handelsstreits. Bosch sagte, das Problem habe bei Tausenden seiner Mitarbeiter zu Produktionsunterbrechungen geführt.Obwohl die niederländische Regierung diese Woche eine hochrangige Delegation nach Peking geschickt hat, um nach Kompromissen zu suchen und so den Stillstand im Streit um die Kontrolle über Nexperia zu lösen, haben beide Seiten noch keine klare Lösung gefunden.

Zu den betroffenen Bosch-Produktionsstandorten gehören Ansbach und Salzgitter in Deutschland sowie Braga in Portugal. Bosch sagte, dass das Unternehmen alle Anstrengungen unternimmt, um die Belieferung der Kunden zu priorisieren und Produktionsbeschränkungen so weit wie möglich zu vermeiden oder zu reduzieren.

Die Chips von Nexperia werden häufig in der Automobilelektronik und in Verbraucherprodukten eingesetzt. Im September dieses Jahres übernahm die niederländische Regierung das von China kontrollierte Unternehmen aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Technologietransfers. Anschließend verhängte China Beschränkungen für den Export seiner Fertigprodukte und zwang große Zulieferer wie Bosch, Aumovio und ZF, dringend nach alternativen Bezugsquellen zu suchen. Einige Unternehmen haben vom chinesischen Handelsministerium Exportbefreiungen erhalten.

Als Reaktion auf die Produktionsverlangsamung hat Bosch bei Bedarf vorübergehende Kurzurlaube für Mitarbeiter eingeleitet. Laut StatistikEtwa 300 bis 400 Mitarbeiter im Werk Salzgitter in Deutschland und etwa 650 Mitarbeiter im Werk Ansbach wurden in den staatlich geförderten Kurzurlaubsplan einbezogen; Im Werk Braga müssen rund 2.500 Mitarbeiter mit Arbeitszeitanpassungen oder vorübergehendem Urlaub rechnen.

ZF sagte, dass die Chipversorgung bis Mitte nächster Woche aufrechterhalten werden könne und es derzeit keine Pläne zur Entlassung von Mitarbeitern gebe, schließt jedoch nicht aus, dass in Zukunft ähnliche Maßnahmen ergriffen werden könnten.

Marcus Bollig, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), wies darauf hin, dass die aktuelle Lage weiterhin angespannt sei. „Es ist noch zu früh, die Krise jetzt zu beurteilen, und die Möglichkeit weiterer Auswirkungen auf die Lieferkette in den kommenden Wochen kann nicht ausgeschlossen werden.“

Darüber hinaus haben sich die Auswirkungen von Engpässen in der Lieferkette weltweit ausgeweitet. Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen wird Nissan die Produktion in seinem Werk Kyushu in Japan nächste Woche erneut um rund 1.400 Fahrzeuge drosseln. Honda hat jedoch ein positives Signal abgegeben und erklärt, dass es in seinen nordamerikanischen Werken schrittweise wieder zum normalen Produktionsrhythmus zurückkehren wird.