Der amerikanische Festplattenhersteller Seagate gab kürzlich einen großen Durchbruch in der HAMR-Technologie (Heat Assisted Magnetic Recording) bekannt und entwickelte erfolgreich einen Prototyp einer Festplattenplatte mit einer Kapazität von 6,9 TB. Das Unternehmen gab außerdem an, Simulationstests mit einer einzelnen Festplattenkapazität von bis zu 8 TB abgeschlossen zu haben. Der Roadmap von Seagate zufolge sollen Anfang der 2030er-Jahre massenproduzierte Discs mit Kapazitäten über 7 TB erhältlich sein, die Einzeldisk-Kapazität soll in Zukunft sogar auf 15 TB oder mehr erhöht werden.

Derzeit hat diese Disc eine Kapazität von 6,9 TB, was bedeutet, dass die Gesamtkapazität einer HAMR-Festplatte etwa 55 TB erreichen kann, was für Speichersystemanforderungen mit hoher Dichte sehr gut geeignet ist.

Die stark verbesserte Einzelplattenkapazität und Speicherdichte sind besonders wichtig für Anwendungsszenarien, bei denen Rohkapazität und Kosten pro TB zentrale Anforderungen sind. Kalte Datenspeicherung in Rechenzentren, Backup-Server, Medienarchive, extrem große NAS-Arrays und Videobearbeitungsspeicherbibliotheken können alle von einer höheren Einzelplattenkapazität profitieren. Weniger Festplatten und ein einfacheres Array reduzieren nicht nur den Bedarf an Stromversorgung und Kühlung, sondern reduzieren auch die Platzbelegung im Rack, wodurch die Gesamtbetriebskosten für groß angelegte Bereitstellungen effektiv gesenkt werden. Mit der Entwicklung moderner Content-Produktion, Workloads mit künstlicher Intelligenz und der digitalen Wirtschaft steigt der weltweite Bedarf an Datenspeicherung weiterhin rasant an.

Allerdings muss Seagate noch eine Reihe technischer und fertigungstechnischer Herausforderungen lösen, bevor die Laborergebnisse in ein kommerzielles Produkt umgesetzt werden können. Unternehmen müssen Konsistenz bei der Massenproduktion, Medienlebensdauer der Discs über viele Betriebsjahre, thermische Stabilität während Lese- und Schreibvorgängen sowie Kompatibilität mit vorhandenen Festplattencontrollern und Ökosystemen sicherstellen. Obwohl SSDs bei latenzempfindlichen Anwendungen weiterhin Marktanteile gewinnen, hängen die kommerziellen Aussichten von HAMR-Laufwerken immer noch von ihren Vorteilen bei den Kosten pro TB ab. Diese erfolgreiche Demonstration einer Kapazität von 6,9 TB beweist, dass die traditionelle mechanische Festplattentechnologie noch viel Raum für Verbesserungen bietet und die Vision einer extrem großen Kapazität für eine einzelne Festplatte immer noch erreichbar ist.