Die britische Hochenergie-Laserwaffe „DragonFire“ hat kürzlich einen Schlüsseltest auf der Hebrides Range in Schottland absolviert. Es schoss nicht nur erfolgreich Hochgeschwindigkeitsdrohnen mit einer Geschwindigkeit von etwa 650 Kilometern pro Stunde und über 400 Meilen pro Stunde ab, sondern erreichte auch Schlagfähigkeiten außerhalb der Sichtweite und beseitigte wichtige technische Hindernisse für den künftigen Einsatz auf Kriegsschiffen der Royal Navy.

Das britische Verteidigungsministerium gab an, dass dieser Test am 20. November auf dem Hebridean Test Range durchgeführt wurde. Das Dragon Fire, ein für die Royal Navy entwickeltes Hochleistungs-Festkörperlasersystem, erfasste und zerstörte UAV-Ziele, die mit einer hohen Geschwindigkeit von etwa 351 Knoten (ca. 404 Meilen/Stunde, 650 Kilometer/Stunde) flogen, während des Tests präzise und bestätigte so sein tatsächliches Kampfpotenzial beim Abfangen von Zielen mit hohem Unterschallpegel. Der Test demonstrierte auch die Zielsuch-, Verfolgungs- und kontinuierlichen Bestrahlungsfähigkeiten des Systems in komplexen Umgebungen und bewies, dass diese Laserwaffe von einem Machbarkeitsnachweis in ein kritisches Stadium eines verwendbaren Waffensystems übergegangen ist.

Das Projektteam „Dragon Fire“ enthüllte, dass das System ein Ziel in der Größe einer Pfund-Münze oder eines US-Viertels aus einer Entfernung von etwa einem Kilometer treffen kann, was seine extrem hohe Energiefokussierung und Zielgenauigkeit hervorhob. Diese Testrunde demonstrierte auch eine neue Angriffsfähigkeit „über dem Horizont“, die auf einem integrierten Sensor- und Feuerleitsystem basiert, um Luftziele unter Bedingungen anzugreifen, die über die Grenzen der herkömmlichen Sichtweite hinausgehen, was flexiblere taktische Optionen für die Luftverteidigung auf See und für Drohnenabwehreinsätze bietet.

Im Vergleich zu herkömmlichen Flugabwehrraketen hat die Laserwaffe „Dragon Fire“ einen klaren Vorteil hinsichtlich der Kosten für das einmalige Abfangen: Viele ausländische Militär- und Technologiemedien zitierten Informationen des britischen Verteidigungsministeriums und wiesen darauf hin, dass die Kosten pro Abschuss nur ein Dutzend Dollar betragen, während eine Flugabwehrrakete oft Hunderttausende oder sogar Millionen Dollar kostet. Bei der Bewältigung der Bedrohungen durch dichte Drohnenschwärme und billige Marschflugkörper gelten Laserwaffen aufgrund ihrer hohen Feuerrate und niedrigen Einzelschusskosten als wichtiges Zusatzmittel für die künftige maritime Nahverteidigung und die Luftverteidigung in Schlüsselgebieten und dürften den gesamten Abfangaufwand des Verteidigers deutlich reduzieren.

„Dragon Fire“ wird von der britischen MBDA geleitet und gemeinsam von Leonardo, QinetiQ und dem Defence Science and Technology Laboratory (Dstl) entwickelt. Es ist als britische Technologieverifizierungsplattform für „souveräne lasergesteuerte Energiewaffen“ positioniert. Das System nutzt eine kohärente Strahlsynthese-Laserquelle mit einer Leistung von etwa 50 Kilowatt, kombiniert mit hochpräziser Strahlausrichtung und Bildverarbeitung sowie Befehls- und Kontrollsystemen. Es hat in früheren Testrunden die hochpräzise Verfolgung über große Entfernungen und die Hochleistungsbestrahlung von Manövrierzielen auf See und in der Luft abgeschlossen und damit die technische Grundlage für diesen scharfen Abschuss von Drohnen gelegt.

Aufgrund des erfolgreichen Tests hat das britische Verteidigungsministerium mit MBDA UK einen Vertrag über rund 316 Millionen Pfund (ca. 410 Millionen US-Dollar) unterzeichnet, um das „Dragon Fire“-System in einsatzbereite Ausrüstung zu überführen. Es ist geplant, diese Art von Laserwaffe bereits im Jahr 2027 auf wichtigen Schlachtschiffen wie dem Zerstörer Typ 45 der Royal Navy zu installieren, etwa fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. Nach dem Einsatz wird „Dragon Fire“ das erste Hochenergie-Laserwaffensystem in Europa sein, das in den aktiven Dienst geht. Es wird von der britischen Regierung als eines der Flaggschiffprojekte ihres neuen umfassenden Rüstungsbeschaffungsmodells angesehen. Es gilt auch als wichtiger Schritt für die NATO in den Bereichen Drohnenabwehr und Luftverteidigung auf kurze Distanz.