Das US-Handelsministerium hat kürzlich den Export von fortschrittlichen H200-Chips für künstliche Intelligenz durch Nvidia nach China genehmigt, diese werden jedoch nur an chinesische kommerzielle Kunden geliefert, die offiziell genehmigt wurden, und die US-Regierung wird etwa 25 % der Einnahmen aus den entsprechenden Verkäufen erhalten. Verglichen mit den bisherigen H20-Chips, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurden und eine begrenzte Leistung aufwiesen, handelt es sich beim H200 um ein High-End-Produkt. Allerdings dürfen nach der aktuellen Regelung nur alte Chipchargen exportiert werden, die etwa 18 Monate alt sind.
Nvidia sagte in seiner Antwort, dass es die Erlaubnis von Präsident Trump für die US-amerikanische Chipindustrie begrüße, im globalen Wettbewerb zu bestehen, und glaube, dass die Bereitstellung von H200 an zugelassene Kunden auf der Grundlage einer Überprüfung durch das Handelsministerium ein Gleichgewicht zwischen der Erhaltung hochbezahlter US-Arbeitsplätze und der lokalen Fertigung sei.

Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der US-Kongress gerade einen neuen Gesetzesentwurf mit dem Namen „Safe and Feasible Exports Act“ (SAFE Chips Act) vorgeschlagen hat, der versucht, den Export von fortschrittlichen KI-Chips nach China in den nächsten 30 Monaten zu verbieten, und die Unterschiede zwischen der Exekutive und der Legislative in Bezug auf Chinas Technologiekontrolle hervorhebt. Der republikanische Senator Ricketts aus Nebraska und der demokratische Senator Coons aus Delaware unterstützten den Gesetzentwurf gemeinsam. Die Gründe konzentrieren sich auf die nationale Sicherheit und das Risiko des Verlusts modernster Rechenleistung. Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs wird das Handelsministerium dazu verpflichtet, alle damit verbundenen Exportlizenzanträge direkt abzulehnen. Es ist derzeit unklar, wann der Kongress über diesen Gesetzentwurf abstimmen wird, aber das Weiße Haus hat bereits „grünes Licht“ für H200-Exporte gegeben.
In Bezug auf die Politik des Exports hochwertiger KI-Chips nach China hat die Trump-Administration wiederholt ihre Haltung geändert: Im April dieses Jahres verhängten die USA strenge Lizenzanforderungen für Unternehmen wie Nvidia für Lieferungen nach China, und im Mai hoben sie dann offiziell die von der Biden-Administration formulierten Regulierungsregeln für die Verbreitung von KI auf. In diesem Sommer gab die US-Regierung ein Signal für eine „bedingte Lockerung“ der Beziehungen zu China heraus und erklärte, dass die Unternehmen zwar einige Chipverkäufe nach China wieder aufnehmen, die USA jedoch etwa 15 % der damit verbundenen Umsatzbeteiligung abziehen und Chipexporte an chinesisch-amerikanische Handelsverhandlungen über seltene Erden und andere Bereiche im Austausch gegen Verhandlungschips binden werden. Vor dem Hintergrund wiederholter Aufsicht und instabiler politischer Erwartungen hat sich das Beschaffungsumfeld für in den USA hergestellte High-End-Chips auf dem chinesischen Markt jedoch erheblich verschlechtert.
Da die restriktiven Maßnahmen der USA schwanken, hat China auch an der Regulierungsfront hart reagiert: Im September forderte die Cyberspace Administration of China ausdrücklich inländische Technologieunternehmen auf, keine KI-Chips von Nvidia mehr zu kaufen, was große Internet- und Cloud-Computing-Unternehmen dazu drängte, sich stärker lokalen Chiplösungen wie Alibaba und Huawei zuzuwenden. Für NVIDIA bedeutet dies, dass Chinas hoher Bedarf an Rechenleistung, auf den das Unternehmen in der Vergangenheit stark angewiesen war, gezwungen ist, sich zu verschieben und kurzfristige Bestellungen unter Druck geraten. Langfristig könnte es jedoch Chinas Investitionen und Substitution in Richtung Selbstversorgung mit KI-Chips beschleunigen. Vor diesem Hintergrund wird die Wiedereröffnung einiger H200-Exporte durch die USA dieses Mal von der Außenwelt als Versuch angesehen, einen Teil von Chinas Marktanteilen zurückzugewinnen, andererseits nutzt das Land weiterhin seine Technologie- und Lieferkettenvorteile, um seinen Einfluss in den Verhandlungen mit China aufrechtzuerhalten.
Es ist erwähnenswert, dass die Trump-Administration in letzter Zeit häufig High-End-Chips mit Geopolitik und Interaktionen auf hoher Ebene in Verbindung gebracht hat: Zuvor hatte der Handelsminister öffentlich erklärt, dass der Präsident selbst entscheiden werde, ob H200-Exporte nach China genehmigt werden. Nach der Bekanntgabe dieser Entscheidung sagte Trump auf sozialen Plattformen, dass der chinesische Präsident Xi Jinping „positiv“ auf diese Entwicklung reagiert habe, was zeige, dass beiden Seiten noch ein gewisser Raum für die Kommunikation zu Technologie- und Handelsfragen verbleibe. Vor dem Hintergrund, dass der Kongress weiterhin die „Priorität der nationalen Sicherheit“ betont und sich neue Gesetzesentwürfe zur Verschärfung der Exporte zusammenbrauen, besteht jedoch immer noch große Unsicherheit über die Richtung der China-Politik der USA in Bezug auf KI-Chips. Wie lange das Zeitfenster für die Rückkehr des Nvidia H200 auf den chinesischen Markt dauern wird, bleibt in den weiteren politischen und gesetzgeberischen Prozessen abzuwarten.