Eine Jury in Manhattan befand kürzlich den Hollywood-Filmregisseur Carl Rinsch für schuldig, Netflix um 11 Millionen Dollar betrogen zu haben. Der Fall gilt als einer der bedeutendsten Vorfälle finanziellen Fehlverhaltens in Hollywood der letzten Jahre.

Linshi ist berühmt für die Regie des Films „47 Ronin“ aus dem Jahr 2013. 2018 erhielt er von Netflix den Auftrag, die Science-Fiction-Serie „Conquest“ (früher bekannt als White Horse) zu produzieren. Netflix hat 44 Millionen US-Dollar in die Entwicklung investiert. Im Jahr 2020 behauptete Linshi, dass für die Fertigstellung der Produktion zusätzliche 11 Millionen US-Dollar erforderlich seien, und Netflix stimmte der Finanzierung zu, überwies die Gelder jedoch über mehrere Bankkonten und überwies sie schließlich auf sein persönliches Maklerkonto, das nicht für die Produktion der Serie verwendet wurde.

Die Staatsanwälte verfolgten den Geldfluss anhand von Bankunterlagen, Maklerauszügen und digitaler Forensik und stellten fest, dass Linshi innerhalb von zwei Monaten zunächst die Hälfte seines Geldes durch Spekulationen wie Aktienoptionen verlor und sich dann Kryptowährungsinvestitionen zuwandte. Das verbleibende Geld gab er auch für Luxuskäufe aus, darunter 3,3 Millionen US-Dollar für den Kauf von Möbeln, Antiquitäten und Matratzen, 2,4 Millionen US-Dollar für den Kauf eines roten Ferrari und fünf Rolls-Royces, 1,7 Millionen US-Dollar für die Begleichung von Kreditkartenrechnungen und 387.000 US-Dollar für den Kauf von Schweizer Uhren. Für alle diese Transaktionen liegen Kreditkarten- und Autokaufdaten vor.

Linshi hatte zuvor seine Dogecoin-Investition in Höhe von 4 Millionen US-Dollar auf 27 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 erhöht und dann 8,7 Millionen US-Dollar für Luxusgüter verschwendet. Der von seiner Ex-Frau beauftragte Wirtschaftsprüfer bestätigte diese Ausgabe. Linsch wies die Vorwürfe zurück, doch innerhalb weniger Stunden befand ihn eine Jury wegen Überweisungsbetrugs in einem Fall, Geldwäsche in einem Fall und unerlaubtem Handel mit Eigentum in fünf Fällen für schuldig.

Netflix hat „Conquer“ im Jahr 2021 abgesetzt, weil Linschs Unternehmen die Produktionsmeilensteine ​​nicht erreichen konnte und einen Gesamtverlust von 55 Millionen US-Dollar abschrieb. Linsch drohen bis zu 90 Jahre Gefängnis, die Verurteilung ist für den 17. April 2026 geplant.