Aufgrund des knappen Angebots an DRAM weltweit sind die Preise für einzelne Speichermodule und Module im Einzelhandel deutlich gestiegen. Allerdings sind die direkten Auswirkungen auf PC-Markenhersteller noch begrenzt. Acer und Asus gaben diese Woche bekannt, dass sich steigende Speicherkosten allmählich auf die Preise für Notebooks auswirken, Preisanpassungen bei Einzelhandelsterminals jedoch immer noch sporadisch sind. Einige Marken wie Dell mögen bei selektiven Preiserhöhungen für High-End- und kommerzielle Modelle führend sein, doch Acer und Asus haben noch keine Anpassungen auf dem Niveau der offiziellen unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) vorgenommen.
Führungskräfte vieler Hersteller haben gewarnt, dass sich der Speicherinflationdruck allmählich auf den Verkaufspreis der gesamten Maschine übertragen wird, wenn in den nächsten Quartalen eine neue Reihe von Bestellungen auf den Markt kommt, und dass die Änderungen bei den Endpreisen offensichtlicher sein werden als jetzt. Allerdings bleibt der PC-Marktpreis insgesamt vorerst in etwa stabil und eine Welle umfassender Preisanpassungen hat noch nicht stattgefunden.

Branchenkenner weisen darauf hin, dass der Schlüssel zur kurzfristigen relativen Stabilität der Maschinenpreise in den langfristigen Lieferverträgen zwischen OEMs und ODMs liegt, die es ihnen ermöglichen, heftige Schwankungen auf dem Spotmarkt für einen bestimmten Zeitraum zu vermeiden. Der CEO von Acer sagte, dass der Speicher seit jeher etwa 8 bis 10 % der Stückliste (BOM) der gesamten Maschine ausmacht. Selbst wenn der aktuelle DRAM-Preis um 30 bis 50 % steigt, beträgt der tatsächliche Einfluss auf die Stückliste der gesamten Maschine immer noch nur etwa 2 bis 3 %. Da viele Hersteller vierteljährliche oder sogar mehrjährige Verträge mit Vorlieferanten abschließen, werden sich nach Ablauf der Verträge und Neuverhandlungen der Preise nach und nach größere Preisschwankungen in den Preisen ab Werk und im Einzelhandel neuer Modelle niederschlagen. Der Bericht wies darauf hin, dass vom zweiten Quartal bis zum dritten Quartal 2026, wenn die neue Vertragspreisrunde in Kraft tritt, die PC-Kostenstruktur und der Marktverkaufspreis möglicherweise stärker angepasst werden.
Was die Reaktionsstrategien anbelangt, haben die Hersteller keine einfache und grobe einheitliche Preiserhöhung beschlossen, sondern versucht, Kostendruck und Marktakzeptanz durch eine Kombination aus Feinabstimmung der Spezifikationen und Preisanpassungen für lokale Produktlinien in Einklang zu bringen. Bei Laptops der Einstiegsklasse wird von der Branche erwartet, dass sie eine Grundkonfiguration ähnlich 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB SSD beibehält und dafür im Austausch für Preisstabilität und Produktwettbewerbsfähigkeit eine gewisse Bruttogewinnspanne opfert. Im Gegensatz dazu kann es bei Modellen der Mittelklasse zu einem leichten „Schrumpfen“ des Arbeitsspeichers oder der Speicherkapazität kommen und die Preiserhöhung für optionale oder aufgerüstete Konfigurationen steigt, wodurch ein Teil der Kosten an Benutzer mit höheren Leistungsanforderungen weitergegeben wird. Was High-End- und Flaggschiff-Systeme betrifft, gelten sie als die Produktkategorien, in denen am wahrscheinlichsten direkte Preissteigerungen zu verzeichnen sind.
Da die meisten Hersteller ihre Vorräte für die nächsten Quartale im Voraus aufstocken, haben der Kanal- und Lagerbestandsstatus die kurzfristigen Nachfrageprognosen unsicherer gemacht, wodurch die Gesamtmarktsichtbarkeit gering ist. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Angebotsknappheit und der Kostendruck bei DRAM und anderen Speicherprodukten zumindest in der ersten Hälfte des nächsten Jahres weiter zunehmen werden. Ob die Preise in Zukunft deutlich sinken können, hängt weitgehend vom Fortschritt der Produktionsausweitung auf der Angebotsseite ab, insbesondere von der Geschwindigkeit der Freigabe neuer Produktionskapazitäten in Regionen wie dem chinesischen Festland. Zuvor müssen PC-Hersteller ihre Produktstrategien möglicherweise immer wieder zwischen der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte und der Verringerung des Kostendrucks abwägen und verfeinern.