Der US-Senat hat kürzlich dafür gestimmt, Jared Isaacman, den milliardenschweren Unternehmer, Gründer der Zahlungsplattform Shift4 und Privatastronaut, als neuen Administrator der National Aeronautics and Space Administration (NASA) zu bestätigen. Der Unterstützer der kommerziellen Weltraumforschung, der zu den ersten Mitgliedern der ersten rein zivilen Startmission von SpaceX gehörte, wird unter Präsident Trumps neuer Amtszeit die Führung einer Bundesraumfahrtbehörde mit ungewisser Zukunft übernehmen.

Isaacmans letzte Ernennung dauerte mehr als ein Jahr voller Wendungen. Trump nominierte Isaacman offiziell vor mehr als einem Jahr, zog die Nominierung jedoch im Juni zurück und verwies auf Bedenken hinsichtlich seiner „früheren Verbindungen“, einschließlich der Spendenbilanz des Milliardärs an die Demokratische Partei, eine Tatsache, die Trump Berichten zufolge bei seiner ursprünglichen Nominierung wusste. Nachdem die Nominierung zurückgezogen worden war, kam es zu monatelangen Konfrontationen zwischen dem Trump-Lager und Menschen in der Technologie-Community, die Isaacman näher stehen. Elon Musk, CEO von SpaceX, griff öffentlich die berufliche Glaubwürdigkeit des damaligen amtierenden Administrators Sean Duffy an und machte die Fragen des Spitzenpersonals der NASA zu einem politischen Schwerpunkt in der US-Weltraumpolitik.

In dieser Spielrunde nahmen die Spannungen zwischen dem Weißen Haus und der Technologie-Community weiter zu. Erst im November dieses Jahres änderte Trump seine Haltung erneut und legte Isaacmans Nominierung erneut dem Senat vor. Jetzt, da der Senat seine Bestätigungsabstimmung abschließt, hat dieser Unternehmer aus der Schnittstelle zwischen privater Luft- und Raumfahrt und Finanztechnologie endlich die Spitze der NASA übernommen.

Nach seinem Amtsantritt wird Isaacman eine deutlich „verkleinerte“ NASA leiten und die doppelten politischen und technischen Herausforderungen tragen, eine Mission zur Rückkehr zum Mond unter Budgetdruck umzusetzen. Nach der Vision der Trump-Regierung muss die NASA ihren Plan, amerikanische Astronauten auf die Mondoberfläche zurückzubringen, noch vorantreiben und gleichzeitig Umfang und Kosten reduzieren. In diesem Rahmen ist die Rolle privater Unternehmen wichtiger denn je: SpaceX hält derzeit den NASA-Mondlandervertrag, aber der amtierende Administrator Duffy drohte zuvor mit der Aufkündigung des Vertrags und ermutigte Jeff Bezos‘ Rivalen Blue Origin, seine Bemühungen zu beschleunigen, Musk im Rennen zum Mond zu überholen.

Isaacmans Ankunft wird von der Außenwelt als wichtiges Signal gewertet, das die Beziehung zwischen der NASA und privaten Raumfahrtunternehmen neu gestalten könnte. Einerseits engagiert er sich intensiv für die kommerziellen bemannten Flüge von SpaceX und ist ein überzeugter Verfechter des Modells der „kommerziellen Raumfahrt“. Andererseits muss er als neuer Administrator ein Gleichgewicht zwischen den politischen Anforderungen der Trump-Regierung, die Größe der Agentur zu reduzieren und die Effizienz zu steigern, und gleichzeitig die langfristigen wissenschaftlichen Forschungsmissionen der NASA aufrechterhalten. In dem Mehrparteienspiel zwischen dem Kongress, dem Weißen Haus und einer Reihe von Giganten der Raumfahrtindustrie wird sich die Art und Weise, wie Isaacman das Budget, die Verträge und die Missionsprioritäten der NASA koordiniert, direkt auf die Ausrichtung und Richtung der Vereinigten Staaten in der neuen Runde des Mondlandungsrennens und sogar auf die längerfristige Erforschung des Weltraums auswirken.