Morgan Stanleys jüngste jährliche Umfrage zu Audio-Hörgewohnheiten zeigt, dass 50 bis 60 % der jungen Menschen in den Vereinigten Staaten im Alter von 18 bis 44 Jahren etwa 2,5 bis 3 Stunden pro Woche KI-generierte Musik hören, was ungefähr der gesamten Länge des Films „Avatar“ entspricht. Dies ist auch das erste Mal, dass die Agentur Fragen zu KI-Musik in eine relevante Umfrage einbezieht. Die Ergebnisse seien für das Analystenteam „ziemlich überraschend“ gewesen.
Die Umfrage wies auch darauf hin, dass YouTube und TikTok die wichtigsten Kommunikationskanäle für KI-Musikinhalte sind, was zeigt, dass Kurzvideos und Videoplattformen zum zentralen Einstiegspunkt für KI-Musik geworden sind, um in das tägliche Leben der Nutzer einzudringen.

Obwohl sich die aktuellen Konsumszenarien von KI-Musik größtenteils auf offene Plattformen und soziale Medien konzentrieren, ist das Analystenteam von Morgan Stanley dennoch optimistisch, was die langfristigen Nutzenaussichten von Streaming-Media-Giganten wie Spotify in der KI-Welle angeht. Man geht davon aus, dass KI im Jahr 2026 und darüber hinaus zu einem Rückenwindfaktor für die Geschäftsentwicklung von Spotify werden wird. Es wird insbesondere erwartet, dass es die grundlegende technische Fähigkeit für die Förderung der Strategie „Personalisierung 2.0“ wird und das Empfehlungssystem und die Benutzererfahrung weiter vertieft und differenziert. Der Bericht weist darauf hin, dass Spotify erhebliche Vorteile im globalen Vertriebsumfang, in der Produktinnovationsgeschichte und in der Anwendung maschinellen Lernens hat. Diese bestehenden Ansammlungen werden dazu beitragen, seine Plattformposition im KI-gesteuerten Musik-Ökosystem weiter zu festigen.
Im Hinblick auf das Urheberrecht an Inhalten und die Tonträgerindustrie behält Morgan Stanley ebenfalls eine optimistische Haltung gegenüber der Warner Music Group bei, geht jedoch davon aus, dass KI-Konzerte in diesem Bereich komplexere Chancen und Risiken mit sich bringen werden: Einerseits wird mit dem Zustrom massiver KI-Werke auf den Markt erwartet, dass der relative Wert knapper klassischer Katalogbestände weiter ansteigt; Andererseits können KI-generierte Inhalte auch mit neuen Erstlingswerken konkurrieren und so die traditionelle „Head-Content“-Logik von Plattenfirmen verändern. In dem Bericht wurde ausdrücklich erwähnt, dass die Zusammenarbeit zwischen Warner und dem KI-Musikunternehmen Suno ein wichtiger Schritt bei der Erforschung der Kommerzialisierung von KI-Musik ist und voraussichtlich Lizenzierungs- und Monetarisierungswege im neuen Ökosystem eröffnen wird. Der Aktienkurs von Warner erlebte im Jahr 2025 einen Bewertungsrückgang, der teilweise die Erwartungen des Marktes hinsichtlich KI-Risiken widerspiegelt. Dies lässt auch Raum für eine Neubewertung, nachdem das zukünftige KI-Geschäftsmodell klar wird.
Insgesamt zeigen die neuesten Untersuchungen von Morgan Stanley einen Trend zur schnellen „täglichen Akzeptanz“ von KI-Musik bei jungen Menschen in den Vereinigten Staaten: Ohne in großem Umfang in die Hauptschnittstelle traditioneller Streaming-Medien einzudringen, hat KI-Musik über Videoplattformen und soziale Netzwerke die Hörzeit der Benutzer mehrere Stunden pro Woche in Anspruch genommen. Diese Konsumgewohnheit beschert Plattformparteien und Urheberrechtsinhabern neue Wachstumsphantasie und zwingt auch die gesamte Musikindustrie dazu, ihre Produktformen, Vertriebskanäle und Geschäftsmodelle zu beschleunigen, um sich an das Zeitalter der tiefen Integration von Algorithmenerstellung und personalisierten Empfehlungen anzupassen.