Das US-Handelsministerium gab kürzlich bekannt, dass die Vereinigten Staaten und Taiwan eine beispiellose Einigung über Zölle und Investitionen auf Chips und verwandte Waren erzielt haben: Die Vereinigten Staaten werden die Zölle auf taiwanesische Waren von 20 % auf 15 % senken. Im Gegenzug werden sich taiwanesische Technologieunternehmen zum Bau und zur Erweiterung von Chip-Produktionsanlagen in den Vereinigten Staaten verpflichten, mit einer Gesamtinvestition von 250 Milliarden US-Dollar, und die taiwanesische Regierung wird Kreditunterstützung in Höhe von mindestens 250 Milliarden US-Dollar bereitstellen.

Gleichzeitig betonten die USA, dass die zuvor vorgeschlagene Option, Zölle von bis zu 100 % auf nicht in den USA hergestellte Chips zu erheben, immer noch „auf dem Tisch“ sei und weiterhin Druck auf Taiwan und andere Chip-produzierende Länder ausübe.

Gemäß der Vereinbarung können taiwanesische Halbleiterunternehmen, die Fabriken in den Vereinigten Staaten errichten, während der genehmigten Fabrikbauzeit Ausrüstung und zugehörige Produkte im Umfang des 2,5-fachen ihrer geplanten Produktionskapazität zollfrei importieren, ohne zusätzliche Zölle zu zahlen. Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der Fabrik kann das Unternehmen jedes Jahr weiterhin zollfreie Importkontingente auf der Grundlage des 1,5-fachen seiner US-Produktionskapazität genießen. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, die kurzfristigen Kosten für den Bau von Fabriken und den Ausbau von Produktionslinien für taiwanesische Unternehmen zu senken und den Aufbau inländischer Chipproduktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten zu beschleunigen. Als unterstützende Maßnahme werden die Vereinigten Staaten auch einige gegenseitige Zölle aufheben, die Bereiche wie Generika und deren Rohstoffe, Flugzeugteile und bestimmte natürliche Ressourcen abdecken, um den Raum für bilaterale Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit weiter zu erweitern.

Im Hinblick auf den Zolldruck drohte US-Präsident Donald Trump letztes Jahr damit, 100-prozentige Zölle auf alle Chips und Halbleiterprodukte zu erheben, die nicht in den USA hergestellt werden, und leitete Maßnahmen ein, um auf einige High-End-Chips einen 25-prozentigen Zoll zu erheben, wodurch die US-Regierung einen Teil der Einnahmen aus den Verkäufen von fortschrittlichen KI-Chips durch Nvidia und AMD in China teilen konnte. US-Handelsminister Howard Lutnick bekräftigte kürzlich in einem Interview mit CNBC, dass 100-prozentige Zölle „wahrscheinlich Realität werden“, wenn relevante Unternehmen keine Fabriken in den Vereinigten Staaten bauen, und verknüpfte diese Drohung eng mit dem Abkommen zwischen den USA und Taiwan.

Auf die Frage, ob Taiwan sich der geopolitischen und industriellen Risiken Chinas bewusst sei, sagte Lutnick, dass Taiwan bereit sei, das Abkommen zu unterzeichnen, weil „sie dafür sorgen müssen, dass unser Präsident zufrieden ist“, und fügte hinzu, dass „Donald Trump für ihren Schutz von entscheidender Bedeutung ist.“ Diese Erklärung unterstreicht den starken Zusammenhang zwischen US-Sicherheitsverpflichtungen und Wirtschafts- und Handelsverhandlungen und spiegelt auch Taiwans empfindliche Balance zwischen US-Sicherheitsschutz und wirtschaftlichen Interessen wider.

Als eines der am genauesten beobachteten Unternehmen dieser Vereinbarung hatte sich Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), der weltweit größte Wafer-Gießerei, bereits im vergangenen Jahr verpflichtet, insgesamt mindestens 100 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seines Chip-Fertigungsgeschäfts in den USA zu investieren. Bloomberg berichtete, dass TSMC eines der führenden Unternehmen im neuen 250-Milliarden-US-Dollar-Investitionsplan werden und seine Präsenz in den Vereinigten Staaten möglicherweise weiter ausbauen wird. Lutnick gab gegenüber CNBC bekannt, dass TSMC Hunderte Hektar Land neben seiner bestehenden Fabrik in Arizona, USA, erworben hat und plant, dort bis zu sechs Fabriken zu errichten, um das anhaltende Wachstum der Halbleiternachfrage in der Zukunft und die lokalisierte Produktionsstrategie in den Vereinigten Staaten zu unterstützen.

Im Allgemeinen bietet diese Vereinbarung einerseits politische und finanzielle Unterstützung für taiwanesische Halbleiterunternehmen, um ihre Produktion in den Vereinigten Staaten durch Zollsenkungen und Importflexibilität auszuweiten. Andererseits nutzen die Vereinigten Staaten potenziell hohe Zölle immer noch als Verhandlungsdruck, um ihre Verhandlungsposition in der globalen Kette der Chipindustrie zu stärken. Mit der Weiterentwicklung der Vereinbarung und den tatsächlichen Investitionen von Unternehmen wie TSMC wird erwartet, dass die inländische Chipherstellungsindustrie in den Vereinigten Staaten in den nächsten Jahren eine neue Runde der Produktionskapazität und Technologieagglomeration einläuten wird, und auch die tiefgreifende Bindung der Vereinigten Staaten und Taiwans in den Bereichen Sicherheit und Industrie wird weiter vertieft.

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