Kevin Warsh, der Kandidat von US-Präsident Donald Trump für das Amt des nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve, tauchte in einer weiteren Reihe von Dokumenten im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein auf, die die US-Regierung am Freitag veröffentlichte.Washs Name erschien auf einer Gast-Mailingliste mit der Bezeichnung „St. Bart’s Christmas Event 2010“, zusammen mit Leuten wie dem russischen Oligarchen Roman Abramovich und dem in Ungnade gefallenen Regisseur Brett Ratner. Darüber hinaus erschien Washs Name auf der Anwesenheitsliste eines Abendessens, das der britische Aristokrat William Astor veranstaltete.


An dem Tag, an dem die oben genannten Nachrichten ans Licht kamen, nominierte Trump Warsh zufällig für die Leitung der Federal Reserve. Die Nominierung ist überraschend konservativ, wenn man Trumps Wunsch bedenkt, die Zinssätze zu senken. Warsh war in Bezug auf die Inflation traditionell vorsichtig, doch in den letzten Monaten hat er Unterstützung für niedrigere Zinssätze signalisiert.
Warsh engagiert sich seit langem intensiv im Bereich der Geldpolitik und wurde bereits 2006 zum Gouverneur der Federal Reserve ernannt. Allerdings ist es nicht verwunderlich, dass er in Epstein-bezogenen Dokumenten auftaucht – seine Frau ist die Milliardärserbin Jane Lauder, die Enkelin der Estée-Lauder-Gründerin Esther Lauder und die Tochter des republikanischen Finanziers Ronald Lauder. Dieser Status brachte Wash in den wohlhabenden Kreis, in dem Epstein zu dieser Zeit aktiv war.
Dennoch ist es letztlich peinlich, dass die Nachricht von der Nominierung des Fed-Vorsitzenden mit der Veröffentlichung der Dokumente am selben Tag zusammenfiel. Warshs größter Streitpunkt vor der Veröffentlichung der Dokumente am Freitag war seine Verbindung zu Ronald Lauder, der Berichten zufolge während seiner ersten Amtszeit als Präsident Trumps Interesse an Grönland geweckt hatte und der auf der Insel Geschäftsvermögen besitzt.
Nun muss Warsh möglicherweise eine Reihe von Fragen beantworten: Wie vertraut war er mit Epstein? An welchen Aktivitäten war er zu Weihnachten 2010 auf St. Barts beteiligt? Außenstehende werden sich auch fragen, ob Trump ihn nominiert hat, weil die drei zum gleichen sozialen Umfeld gehören und sich kennen.