Die Richtung des amerikanischen Chipgiganten Intel im GPU-Geschäft war schon immer verwirrend. Ob es sich um den Verbrauchermarkt oder den Bereich Rechenzentren handelt, es hat Zweifel an seiner strategischen Entschlossenheit geweckt. In einer Reihe kürzlich veröffentlichter öffentlicher Äußerungen dementierte Intels derzeitiger CEO Lip-Bu Tan jedoch klar die Aussage, „aus dem GPU-Markt auszutreten“, und gab stattdessen ein Signal zur Stärkung seiner eigenen Forschungs- und Produktionskapazitäten ab.

Seit der Übernahme durch Chen Liwu wurde Intels Gesamtfahrplan im Bereich KI und beschleunigtes Computing von der Außenwelt immer als „nicht klar genug“ angesehen. Was Beschleunigerprodukte angeht, ist Crescent Island derzeit das am deutlichsten offengelegte Projekt für Argumentationsaufgaben, während die Fortschritte bei der High-End-Plattform Jaguar Shores noch vage sind. Auf Verbraucherseite wird Intel Ende 2024 die erste Charge von Battlemage-Grafikkarten auf den Markt bringen und in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 die Pro-Version ergänzen. Diese Produkte gelten jedoch eher als Tests, um „Potenzial aufzuzeigen“ und nicht als vollständige, langfristige Produktrhythmusverpflichtung.
Auf dem jüngsten Cisco AI Summit wurde Chen Liwu gefragt, ob Intel „CPUs und GPUs entwerfen, eigene Waferfabriken zur Herstellung eigener Chips und OEMs für andere Hersteller bauen und weiterhin mit anderen GPU-Unternehmen zusammenarbeiten würde.“ Er gab eine klare und bejahende Antwort. Er betonte, dass Intel nicht nur weiterhin eine eigene GPU-Produktlinie aufbauen werde, sondern auch plane, diese Chips über sein Foundry-Geschäft in größerem Maßstab zu produzieren. Er enthüllte auch, dass der GPU-Architekt Eric Demers, der kürzlich von Qualcomm abgeworben wurde, Teil der Gesamtstrategie von Intel ist, wieder auf die GPU-Strecke zurückzukehren. Diese Ernennung unterstreicht die Neuausrichtung des Unternehmens auf Grafik- und KI-Routen.
Chen Liwu sagte vor Ort, er habe „gerade einen Chef-GPU-Architekten eingestellt, und er ist sehr gut.“ Er sagte auch, dass er große Anstrengungen unternommen habe, um diese Führungskraft für den Beitritt zu gewinnen, und seine Worte zeigten, dass er Wert auf das GPU-Geschäft legt und davon überzeugt sei. Die Außenwelt wertet diesen Schritt allgemein als Signal für Intel, seine „Kernkompetenzen“ in den Bereichen Grafik und KI-Beschleunigung neu zu bündeln.
Auf der letztjährigen Intel Tech Tour-Veranstaltung kündigte Intel die Umstellung auf einen „jährlichen Produktrhythmus“ an und gab bekannt, dass es die Forschung und Entwicklung von Crescent Island und einer neuen Generation der Jaguar Shores-Serie vorantreibt und dabei direkt auf den wachsenden Total Serviceable Market (TAM) des KI-Beschleunigermarkts abzielt. Allerdings muss Intel im Vergleich zu Nvidia, das bereits den Bereich Hochleistungs-GPUs und KI-Beschleunigung dominiert, und AMD, das weiterhin Anstrengungen in den Bereichen Rechenzentren und Spielegrafiken unternimmt, nicht nur im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit bei Leistung und Energieeffizienz (TCO), sondern auch bei groß angelegten Bereitstellungen und vollständigen Infrastrukturlösungen wieder Fuß fassen. „Kein einziger Link darf verloren gehen.“
Was Consumer-GPUs angeht, war Intel in den letzten Jahren nicht ohne Lichtblicke. Die mit der Panther-Lake-Plattform eingeführte integrierte Grafikkarte Xe3 „Celestial“ hat aufgrund ihrer Arc-B390-Leistung in einigen Testszenarien ein Leistungsniveau gezeigt, das mit AMD Strix Halo mithalten kann. Gleichzeitig wartet der Markt im unabhängigen Grafikbereich immer noch auf den höherwertigen Arc B770 der Battlemage-Serie, der voraussichtlich auf der diesjährigen Taipei International Computer Show (Computex) vorgestellt wird. Berichten zufolge wurden jedoch einige Pläne für den High-End-Xe2 Arc Battlemage BMG-G31 abgesagt, was auch dazu führte, dass die Außenwelt Intels Tempo und Entscheidungen bei unabhängigen High-End-Grafiken mehr Aufmerksamkeit schenkte.
Basierend auf den aktuellen Anzeichen kann man sagen, dass das GPU-Geschäft von Intel nicht nur nicht „zum Stillstand gekommen“ ist, sondern auch auf Management- und Organisationsstrukturebene neu organisiert wurde, um eine klarere interne Technologieroute und einen klareren Produktrhythmus zu schaffen. Wenn Intel jedoch auf dem GPU- und KI-Beschleunigungsmarkt, auf dem der Wettbewerb äußerst hart ist und sich der Update-Zyklus beschleunigt, den Wandel vom „Nachweis seines Potenzials“ zum „Nachweis der langfristigen Nachhaltigkeit“ wirklich umsetzen will, hängt es immer noch von der Gesamtleistung nachfolgender Produktgenerationen in Bezug auf Leistung, Ökologie, Kostenkontrolle und Lieferfähigkeit ab.