Am 8. Februar berichtete Bloomberg, dass Will Lewis, CEO der Washington Post, zurückgetreten sei. Erst vor wenigen Tagen entließ die Zeitung Hunderte Mitarbeiter und löste damit einen Aufschrei gegen ihren milliardenschweren Eigentümer Jeff Bezos aus.


Lewis tritt zurück

Der Sportkolumnist der Washington Post, Barry Svrluga, veröffentlichte einen Screenshot einer Abschiedsnachricht von Lewis an seine Mitarbeiter. In der Nachricht hieß es, er habe „schwierige Entscheidungen“ getroffen, um der Washington Post eine nachhaltige Zukunft zu sichern.

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach zwei Jahren des Wandels bei der Washington Post ist jetzt der richtige Zeitpunkt für mich, zurückzutreten“, sagte Lewis.

Die Washington Post sagte in einer Erklärung, dass Jeff D’Onofrio ab sofort die Leitung des Herausgebers und CEO übernehmen wird. Onofrio kam letztes Jahr als CFO zur Washington Post und war ehemaliger CEO von Tumblr.

„Die Washington Post hat eine wichtige journalistische Mission und eine außergewöhnliche Chance“, sagte Bezos und fügte hinzu, dass er davon überzeugt sei, dass die Zeitung auf „ein aufregendes und erfolgreiches neues Kapitel“ zusteuere.

Die Washington Post entließ am Mittwoch etwa ein Drittel ihres Personals, darunter eine große Zahl ausländischer und inländischer Korrespondenten, was einen Aufschrei bei Kritikern wie den US-Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren auslöste. Die Gewerkschaft Washington Post sagte, Hunderte ihrer Mitglieder seien „ohne Grund“ entlassen worden.

Als Mitbegründer von Amazon erwarb Bezos 2013 die Washington Post und begann, das Geschäftsgebiet der Zeitung zu erweitern, indem er dringend benötigtes Kapital einspritzte. Da jedoch in den letzten Jahren die Werbeeinnahmen zurückgingen und die Abonnements schrumpften, war die Washington Post, wie auch andere große Printmedien wie die Los Angeles Times, gezwungen, ihre Aktivitäten einzuschränken.

Im Jahr 2023 wird die Washington Post rund 240 Stellen streichen, größtenteils durch freiwillige Trennung. Im selben Jahr ernannte Bezos Lewis, den ehemaligen Herausgeber des Wall Street Journal, zum neuen Herausgeber und CEO.

Bezos‘ Entscheidung im Jahr 2024, die Washington Post nicht mehr die Unterstützung von Präsidentschaftskandidaten veröffentlichen zu lassen, beendete eine jahrzehntelange Tradition, ein Schritt, der sowohl innerhalb als auch außerhalb der Zeitung Empörung auslöste. Mehrere Redakteure und Reporter traten zurück und viele Abonnenten entschieden sich dafür, sich abzumelden.