Europäische Investoren investieren Milliarden Euro in Start-ups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Verteidigungstechnologie. Diese Unternehmen gelten als Schlüsselkräfte für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheitsfähigkeit Europas. Laut PitchBook-Daten werden die gesamten europäischen Risikokapitalinvestitionen im Jahr 2025 um 5 % auf 66 Milliarden Euro steigen und damit einen neuen Höchststand seit der Epidemie erreichen. Dieses Wachstum wird hauptsächlich durch groß angelegte Finanzierungstransaktionen führender KI- und Verteidigungsunternehmen vorangetrieben. Eine Reihe von Unternehmen in den oben genannten Branchen diskutieren derzeit über eine neue Finanzierungsrunde zu einem Preis, der ihre Bewertung deutlich erhöht.

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Unter ihnen verhandelt Legora, ein legales KI-Startup aus Schweden, über eine neue Finanzierungsrunde. Sein Bewertungsziel liegt bei etwa 4 Milliarden US-Dollar, mehr als das Doppelte seiner Bewertung von 1,8 Milliarden US-Dollar im Oktober letzten Jahres; Das Unternehmen äußerte sich hierzu nicht. Vor kurzem hat Synthesia, ein KI-Avatar-Unternehmen mit Hauptsitz in London, eine Finanzierung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar abgeschlossen, was einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar entspricht, während das Audio-KI-Unternehmen ElevenLabs seine Bewertung auf 11 Milliarden US-Dollar erhöhte, nachdem es unter der Führung von Sequoia Capital eine Finanzierung in Höhe von 500 Millionen US-Dollar erhalten hatte. Im Bereich Verteidigungstechnik verhandelt auch Isar Aerospace, ein Satellitenträgerunternehmen mit Sitz in München und einem Wert von rund einer Milliarde US-Dollar, über eine neue große Finanzierungsrunde. Das Unternehmen lehnte es außerdem ab, sich zu externen Nachrichten zu äußern. Die Gespräche folgen, nachdem die deutschen Drohnenunternehmen Helsing und Quantum-Systems im vergangenen Jahr in großen Finanzierungsrunden zusammen fast eine Milliarde Euro eingesammelt haben.

Aaron Archer, Partner der Anwaltskanzlei Cooley, wies darauf hin, dass Verteidigung und KI derzeit zwei der heißesten Bereiche seien und es daher nicht verwunderlich sei, dass sie eine große Anzahl „riesiger Finanzierungsrunden“ angezogen hätten. Die transatlantischen Investitionen nehmen auf beiden Seiten des Atlantiks rasch zu, und er geht davon aus, dass sich dieser Trend noch weiter beschleunigen wird. PitchBook-Statistiken zeigen, dass auch Risikokapitalinstitute und -unternehmen die steigende Marktstimmung nutzen, um Anteilsreduzierungen oder Auszahlungen bei Start-up-Verkäufen zu beschleunigen, und sogenannte „Exit“-Fälle haben deutlich zugenommen. Im Jahr 2025 machten KI-bezogene Transaktionen mehr als 35 % aller europäischen Risikokapitaltransaktionen aus und beliefen sich auf 23,5 Milliarden Euro, gegenüber 17,7 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die steigenden Bewertungen zeigen einen ähnlichen Trend wie der US-Markt und geben Anlass zur Sorge, dass die hohen Bewertungen einiger nicht börsennotierter Technologieunternehmen nicht mit ihren tatsächlichen Geschäftsgrundlagen in Einklang stehen. Demis Hassabis, Chef von Google DeepMind, warnte davor, dass der Enthusiasmus in einigen Bereichen der KI-Branche zunehmend von einer „Blase“ geprägt sei. Neben KI verzeichnen auch europäische Start-ups, die sich auf Verteidigung und verwandte Technologien konzentrieren, einen Kapitalschub. Nach Angaben des NATO Innovation Fund und des Forschungsinstituts Dealroom werden die Investitionen in solche Unternehmen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 55 % steigen und einen Rekordwert von 8,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Treiber dieser Welle sind große Finanzierungsrunden im Spätstadium in Bereichen wie Quantencomputing und Raumfahrt.

Sander Verbrugge, Partner des NATO-Innovationsfonds, sagte, dass der Fonds 1 Milliarde Euro gesammelt habe und sich auf Investitionen in Verteidigungs- und „Deep-Technology“-Startups konzentriere und dass das „erhebliche Wachstum“ in diesem Bereich zeige, dass das gesamte Ökosystem reifer werde. Relevante Daten bestätigen außerdem, dass seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine vor fast vier Jahren das Interesse der Investoren an europäischen Start-ups im Verteidigungs-, Sicherheits- und Resilienzbereich zugenommen hat. Die Studie erscheint anlässlich der bevorstehenden Münchner Sicherheitskonferenz, bei der die Aufrüstung Europas eines der Kernthemen sein wird.

Laut Siraj Khaliq, Senior Advisor beim europäischen Deep-Technology-Fonds Kembara (1 Milliarde Euro), profitieren auch KI- und Verteidigungsunternehmen von den Bemühungen von Beamten aus verschiedenen Ländern, die Unabhängigkeit von Technologie und Sicherheit zu fördern. Er wies darauf hin, dass die europäischen Regierungen mittlerweile großen Wert auf den Aufbau eigener Technologie-„Stacks“ legen. Der Rückenwind, der durch dieses Souveränitätsbestreben entsteht, ist nicht zu unterschätzen.