Für Telegram-Benutzer in Russland kann es ab Dienstag zu einem blockierten Anwendungszugriff und verringerten Netzwerkgeschwindigkeiten kommen, da Russlands nationale Kommunikationsregulierungsbehörde Roskomnadzor Berichten zufolge damit begonnen hat, Telegram zu verlangsamen und den Zugriff einzuschränken. Nach Angaben der russischen Medien RBC hat die Agentur damit begonnen, technische Einschränkungen für diese verschlüsselte Kommunikationsanwendung einzuführen, was bei einigen Benutzern zu instabilen Verbindungen und Verzögerungen beim Senden und Empfangen von Nachrichten führte.

In einer Erklärung gegenüber RBC sagte Roskomnadzor, dass man „weiterhin progressive Beschränkungen“ für Telegram einführen werde, und verwies auf die „unzureichenden Maßnahmen“ der App zur Bekämpfung von Betrug und kriminellen Aktivitäten. Reuters zitierte mehrere Telegram-Nutzer in Moskau mit den Worten, dass sich die Erfahrung in letzter Zeit deutlich verschlechtert habe. Eine von ihnen, Anna, sagte: „Die Situation ist sehr schlimm, weil alle meine Verwandten und Freunde Telegram nutzen. Ich weiß nicht, wie ich sie in Zukunft kontaktieren kann, weil ich nicht auf andere Plattformen wechseln möchte.“

Dies ist nicht das erste Mal, dass russische Regulierungsbehörden Mainstream-Messaging-Apps ins Visier nehmen. Im vergangenen August hatte Roskomnadzor damit begonnen, die Sprachanruffunktionen von Telegram und WhatsApp „teilweise zu blockieren“ und behauptete, die Apps würden für Erpressung und „terroristische Aktivitäten“ verwendet. Im gleichen Zeitraum verlangte Russland auch von Mobiltelefon- und Tablet-Herstellern, die staatliche Max-Messaging-App auf neuen in Russland verkauften Geräten vorzuinstallieren, um die Beliebtheit lokaler Alternativen zu fördern.

Der in Russland geborene Telegram-Gründer und CEO Pavel Durov hat sich bisher noch nicht öffentlich zu den Beschränkungen geäußert. In seinem letzten Tweet vom 8. Februar nahm er jedoch mehrere europäische Staats- und Regierungschefs ins Visier und sagte, dass „die Beamten mit den niedrigsten öffentlichen Zustimmungswerten der Welt (Macron, Starmer, Merz, Sanchez) am enthusiastischsten dafür eintreten, dass soziale Medien für Jugendliche verboten werden und dass gegen ‚Desinformation‘ vorgegangen wird.“ Durov wurde 2024 in Frankreich wegen unzureichender Überprüfung der Plattforminhalte verhaftet. Seitdem steht Telegram unter dem regulatorischen Druck verschiedener Länder weiterhin vor doppelten Herausforderungen: Compliance und Überprüfung.