Am 11. Februar hat Google Chrome 146 auf den Testkanal der Desktop-Plattform verschoben und damit die nächste Phase des Testens von Browserfunktionen und Entwicklerfunktionen für einen breiteren Nutzerkreis eröffnet. Das meistgesehene Highlight dieses Updates ist die Heraufstufung von WebNN (Web Neural Network API) zur Origin-Testversion, die den Weg für den direkten Aufruf lokaler Inferenzbeschleunigungshardware für neuronale Netzwerke im Browser ebnet.

WebNN ist eine Reihe weborientierter Programmierschnittstellen für neuronale Netze, die darauf abzielen, die verfügbaren Inferenzbeschleunigungsressourcen auf Benutzergeräten wie NPUs, GPUs oder anderen für maschinelles Lernen spezifischen Einheiten sowie die vom Betriebssystem bereitgestellten nativen KI/ML-Funktionen vollständig zu nutzen. Mit dieser Schnittstelle können Webanwendungen und Front-End-Frameworks lokale Hardware effizienter aufrufen, um Inferenzberechnungen durchzuführen, und so ein umfassenderes und reibungsloseres maschinelles Lernerlebnis auf Webseitenebene bieten. Das Zulassen, dass Websites und Webanwendungen lokale Hardwareressourcen noch weiter „auffüllen“, kann jedoch bei manchen Benutzern auch dazu führen, dass sie sich Sorgen um die Leistungsauslastung und die Sicherheit der Privatsphäre machen.
Für Entwickler, die mit WebNN nicht vertraut sind, stellt Google eine Funktionsbeschreibungsseite und ein GitHub-Beispielprojekt bereit, um schnell mit den Funktionen und der Verwendung dieser API zu beginnen. In der Betaversion von Chrome 146 ist WebNN als Origin-Testversion verfügbar, sodass Website-Betreiber und Entwickler experimentelle Bereitstellungen und Leistungsbewertungen in einer kontrollierten Umgebung durchführen können.
Zusätzlich zu WebNN führt Chrome 146 Beta auch die Sanitizer API ein, die sicherere und benutzerfreundlichere Schutzmechanismen bei der Verarbeitung beliebiger, vom Benutzer eingegebener HTML-Inhalte bietet. Die API soll den Prozess des Filterns und Bereinigens potenziell bösartiger Tags vereinfachen, den Implementierungsaufwand für Entwickler bei der Abwehr von XSS (Cross-Site-Scripting-Angriffen) verringern und die Erstellung von Webanwendungen ohne Schwachstellen bei der Skriptinjektion erleichtern.
Diese Betaversion enthält außerdem mehrere WebGPU-bezogene Updates, Unterstützung für durch Scrollen ausgelöste Animationseffekte und andere neue und verbesserte Funktionen für Entwickler. Entwickler und interessierte Benutzer können detailliertere Anweisungen zur Versionsaktualisierung und den Funktionsfortschritt über den offiziellen Chrome Releases-Blog und die ChromeStatus-Website erhalten.