Laut dem jüngsten Bericht der Smithsonian Institution (Smithsonian) vom 15. Februar 2026 hat eine starke globale Meereshitzewelle weltweit zu einer weit verbreiteten Korallenbleiche geführt, wodurch etwa die Hälfte der Korallenriffe beschädigt wurde. Wissenschaftler warnen, dass eine neue Runde mariner Hitzewellen, die im Jahr 2023 begann, immer noch andauert und intensiver ist als zuvor.
Die internationale Studie, die gemeinsam vom Smithsonian Tropical Research Institute (STRI), der australischen James Cook University und dem ehemaligen Leiter des Coral Reef Watch-Programms der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) durchgeführt wurde, liefert die erste umfassende Bewertung der Bleichgrade weltweit. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Korallenriffe sind nicht nur farbenfrohe Unterwasserökosysteme, sondern auch wichtige Ressourcen, die die Fischerei unterstützen, den Tourismus fördern, Küsten vor Stürmen schützen und neue Medikamente entwickeln. Ihr Gesamtwert beträgt etwa 9,8 Billionen US-Dollar pro Jahr. Wenn die Meerestemperaturen jedoch zu hoch werden, stoßen Korallen die mikroskopisch kleinen Algen aus, die sie mit Energie versorgen, wodurch sie weiß werden oder „bleichen“. Dieser Prozess schwächt die Fähigkeit der Koralle, zu wachsen und sich zu vermehren. Wenn der thermische Stress anhält oder sich verstärkt, führt dies direkt zum großflächigen Absterben von Korallen.
Um die spezifischen Auswirkungen des „dritten globalen Korallenbleichereignisses“ von 2014 bis 2017 zu verstehen, brachte das Forschungsteam fast 200 Wissenschaftler aus 41 Ländern und Regionen zusammen und analysierte Daten aus mehr als 15.000 Korallenriffuntersuchungen. Durch die Kombination von satellitenüberwachten Meeresoberflächentemperaturen mit Unterwasser-Felduntersuchungen ist es Forschern gelungen, aus dem Weltraum erfasste Hitzeexpositionsdaten mit tatsächlichen Schäden an Korallenriffen zu verknüpfen. Die Ergebnisse zeigten, dass 80 % der getesteten Riffe eine mäßige oder schwere Bleiche erlebten und 35 % eine mäßige oder höhere Sterblichkeit aufwiesen. Basierend auf dieser Hochrechnung erlebten mehr als 50 % der Korallenriffe weltweit in diesem Zeitraum eine erhebliche Bleiche, und etwa 15 % erlitten eine massive Sterblichkeit.

C. Mark Eakin, Erstautor der Studie und ehemaliger Direktor des Coral Reef Watch-Programms der NOAA, wies darauf hin, dass der Hitzestress während dieser Hitzewelle so extrem war, dass das Überwachungssystem eine neue Alarmstufe festlegen musste. Scott Heron, Professor für Physik an der James Cook University, fügte hinzu, dass etwa die Hälfte der betroffenen Riffe innerhalb von drei Jahren zwei oder mehr Bleichschläge erlitten habe, sodass den Korallen nur wenig Zeit blieb, sich zu erholen, bevor die nächste Hitzewelle zuschlägt. Am australischen Great Barrier Reef als Beispiel kam es seitdem zu drei weiteren Bleichereignissen, und die Lebensbedingungen verschlechterten sich von Tag zu Tag.
Noch besorgniserregender ist, dass globale Daten zeigen, dass die Erde derzeit die „vierte globale Korallenbleiche“ erlebt. Sean Connolly, ein leitender Wissenschaftler am Smithsonian Institution, sagte, dass, obwohl das dritte Bleichereignis zu diesem Zeitpunkt das schwerste seit Beginn der Aufzeichnungen war, das vierte Ereignis, das Anfang 2023 begann, eine zerstörerischere Kraft zeige. In den letzten 30 Jahren hat die Erde etwa 50 % ihrer Korallen verloren. Der Ozean absorbiert einen Großteil der überschüssigen Wärme aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, ohne die die globale Temperatur auf 50 Grad Celsius gestiegen wäre. Joshua Tewksbury, Direktor des Smithsonian Tropical Research Institute, betonte, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft ebenso eng vernetzt sein muss wie diese globale Zusammenarbeit und verschiedene technische Mittel von Satellitenbeobachtungen bis hin zu Unterwasseruntersuchungen nutzen muss, um weiterhin Veränderungen in diesen kritischen Ökosystemen zu verfolgen, da sie für die Weltwirtschaft und die natürliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung sind.