Die Meta Corporation hat kürzlich ein umstrittenes Patent für künstliche Intelligenz erhalten, das es Benutzern ermöglicht, auch nach ihrem Tod weiterhin Inhalte auf Social-Media-Konten im Namen von Benutzern zu veröffentlichen. Das im Dezember genehmigte Patent könnte auch simulierte Video- und Audioanrufe mit verstorbenen Nutzern ermöglichen. Experten haben zahlreiche rechtliche, ethische und soziale Bedenken geäußert.

Patentdokumenten zufolge kann das groß angelegte Sprachmodell „digitale Klone“ von Social-Media-Nutzern erstellen, um deren Online-Aktivitäten zu simulieren und in ihrem Namen Nachrichten, Fotos und Videos zu veröffentlichen, wenn der Nutzer stirbt oder die sozialen Medien für längere Zeit verlässt. Das KI-System kann sogar mit anderen Benutzern interagieren, auf private Nachrichten antworten, Beiträge mit „Gefällt mir“ markieren und Inhalte kommentieren. Die KI kann auch von Influencern gepostete Inhalte nachahmen und Video- oder Audioanrufe mit Freunden, Fans und anderen Nutzern simulieren, was den Erstellern von Inhalten möglicherweise ein Werkzeug an die Hand gibt, mit dem sie auch in Pausen weiterhin Inhalte generieren können.
Es versteht sich, dass dieses groß angelegte Sprachmodell speziell auf der Grundlage der historischen Aktivitäten von Social-Media-Nutzern trainiert wird, einschließlich Kommentaren, Likes und dem Teilen von Datensätzen über mehrere Plattformen hinweg. Berichten zufolge wird das System auch auf Videos, Bilder und Nachrichten beliebter Blogger trainiert, sodass es auch in Abwesenheit des Erstellers weiterhin neue Inhalte veröffentlichen kann.
Ein Meta-Sprecher bestätigte die Existenz des Patents, betonte jedoch, dass das Unternehmen nicht beabsichtige, die Technologie zum Posten von Nachrichten oder zum Erstellen von Inhalten im Namen verstorbener Social-Media-Nutzer zu nutzen. Der Sprecher fügte hinzu, dass die Anmeldung von Patenten es Unternehmen ermögliche, sich das Eigentum an neuen Konzepten zu sichern, aber nicht bedeute, dass die Technologien kommerziell umgesetzt würden.
Die Vorsicht von Meta ist verständlich, da der Einsatz einer solchen KI in vielen Regionen rechtliche Herausforderungen mit sich bringen könnte. Experten gehen außerdem davon aus, dass sich das Unternehmen potenzieller PR-Probleme bewusst ist, da die Nachahmung des Verstorbenen erhebliche soziale, ethische und philosophische Fragen aufwirft.
Professorin Edina Harbinja von der University of Birmingham Law School sagte gegenüber Business Insider, dass es klare finanzielle Anreize für Social-Media-Plattformen gebe, beliebte Konten zu unterhalten, die aktiv sind und eine große Anzahl von Followern haben. Sie warnte jedoch davor, dass Unternehmen darauf achten müssten, die digitalen Rechte oder die Privatsphäre der Nutzer nach ihrem Tod nicht zu verletzen.
Joseph Davis, Professor für Soziologie an der University of Virginia, und andere haben Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf trauernde Familienangehörige und Freunde geäußert. Davis glaubt, dass Meta „die Toten in Frieden ruhen lassen“ sollte, anstatt zu versuchen, sie in der virtuellen Welt durch Roboter mit künstlicher Intelligenz wiederzubeleben. Das Aufkommen dieser Technologie löste nicht nur Diskussionen über die Verwaltung des digitalen Erbes aus, sondern brachte die Menschen auch dazu, zu überdenken, wie man Verstorbene respektiert und wie man im Zeitalter der künstlichen Intelligenz mit Fragen der digitalen Identität im Zusammenhang mit Verstorbenen umgeht.