Kürzlich haben Astronomen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop erstmals erfolgreich die 3D-Struktur des Polarlichts von Uranus kartiert. Dieses Ergebnis ist ein Meilenstein für das Verständnis von „Eisriesen“ und ihren komplexen Magnetfeldumgebungen.


Polarlichtfotos von Uranus, aufgenommen vom James Webb-Weltraumteleskop

Das Forschungsteam nutzte das Nahinfrarotspektrometer des Webb-Teleskops, um detaillierte Beobachtungen des Polarlichts von Uranus durchzuführen. Paola Tiranti, Forscherin an der Northumbria University im Vereinigten Königreich, wies darauf hin, dass die Beobachtungsergebnisse drei neue Entdeckungen brachten:

1. Die 3D-Perspektive zeigt den Energiefluss:Mit Webbs Nahinfrarotspektrometer (NIRSpec) können Wissenschaftler nicht nur flache Bilder von Polarlichtern sehen, sondern erstmals auch die vertikale Struktur der oberen Atmosphäre von Uranus beobachten. Dadurch lässt sich verfolgen, wie sich Energie in der Atmosphäre nach oben bewegt, und die spezifischen Auswirkungen dieses verzerrten Magnetfelds auf den Planeten aufdecken.

2. Einzigartige Magnetosphärenforschung:Uranus hat eine der seltsamsten Magnetosphären im Sonnensystem, da seine magnetische Achse deutlich von seiner Rotationsachse versetzt (geneigt und exzentrisch) ist.

3. Bestätigen Sie den „Abkühlungs“-Trend:Webbs Daten bestätigten auch das Phänomen, das von der 1977 gestarteten Voyager 2 entdeckt wurde, nämlich dass sich die obere Atmosphäre von Uranus abkühlt. Die von Webb gemessene Durchschnittstemperatur betrug etwa 426 Kelvin (etwa 153 Grad Celsius) und war damit niedriger als zuvor von bodengestützten Teleskopen gemessen.


Uranus und seine Ringe

Ein tiefgreifendes Verständnis der Energiebilanz von Uranus wird den Menschen helfen, tiefergehende Forschungen zu ähnlichen Riesenplaneten außerhalb des Sonnensystems durchzuführen.