Toyota erwägt, Besitzern zu verbieten, bestimmte Fahrzeugsicherheitsfunktionen in seinen künftigen Modellen auszuschalten. Dieser Schritt wird als radikaler Schritt in Richtung seines Ziels „null Verkehrsunfälle“ angesehen und löst eine neue Runde der Debatte über die Grenzen zwischen Fahrspaß und elektronischer Regelung aus. Der Bericht wies darauf hin, dass die australische Automobilpresse ChasingCars diese Entwicklung erstmals offengelegt habe und sagte, Toyota prüfe intern, inwieweit es den Fahrern gestattet werden könne, diese als „optional“ geltenden Sicherheitstechnologien „auszuschalten“.

Akihiro Sarada, Präsident des Toyota Software Development Center, sagte, dass das Unternehmen nicht nur die Reduzierung der Verkehrstoten auf null anstrebe, sondern auch die vollständige Eliminierung aller Verkehrsunfälle hoffe und autonomes Fahren als notwendiges technisches Mittel zum Aufbau einer sicheren Reiseumgebung betrachte. Er räumte auch ein, dass die Beibehaltung eines „Aus-Knopfes“ immer noch eine Frage sei, die eingehende Untersuchungen und Abwägungen innerhalb von Toyota erfordert. Mit anderen Worten: Einige Sicherheitssysteme in Fahrzeugen könnten in Zukunft von „standardmäßig eingeschaltet und ausschaltbar“ zu „dauerhaft eingeschaltet und Benutzer haben kein Recht, es auszuschalten“ wechseln.

Allerdings stellt sich Toyota auch seltene Ausnahmeszenarien vor. Eine der aktuellen Diskussionsrichtungen besteht darin, den Fahrern die vorübergehende Deaktivierung bestimmter Sicherheitsfunktionen zu ermöglichen und ein freieres Kontrollerlebnis auf bestimmten öffentlichen Straßen zu genießen, wenn die Software bestätigen kann, dass sich keine anderen Fahrzeuge oder Fußgänger in der Nähe befinden, oder in Umgebungen wie gesperrten Rennstrecken. Akihiro Sarada erwähnte, dass in Bereichen wie Rennstrecken autonomes Fahren und manuelles Fahren nebeneinander existieren können und dass Fahrer in Bereichen, in denen sie „Spaß am Fahren haben dürfen“, einen gewissen Ermessensspielraum behalten sollten.

Der Grund, warum dieses Thema heikel ist, liegt darin, dass die Fahrer selbst äußerst unterschiedliche Ansichten zu Sicherheitskonfigurationen haben. Eine Studie, die mehr als 480.000 Schadensfälle analysiert, zeigt, dass etwa jeder fünfte Fahrer die Sicherheitsfunktionen seines Fahrzeugs lieber ausschaltet. Von denjenigen, die sich abgemeldet haben, empfinden etwa 69 % der Befragten diese Systeme als „lästig, ablenkend oder überempfindlich“, 23 % sind der Meinung, dass sie die Funktionen nicht benötigen, und 13 % geben an, dass sie der Technologie nicht vertrauen. Dieser Datensatz verdeutlicht die offensichtliche Kluft zwischen den Systementwicklungskonzepten der Automobilhersteller und den tatsächlichen Nutzungsgewohnheiten der Fahrer.

Der Autor des Artikels wies auch aus eigener Erfahrung darauf hin, dass viele Autofahrer nach dem Einsteigen als erstes die Start-Stopp-Automatik und andere Konfigurationen manuell ausschalten, weil sie denken, dass dies bei dichten Verkehrsverhältnissen nahezu sinnlos sei. Manche Autofahrer glauben sogar fest daran, dass elektronische Systeme wie die sogenannte „Stabilitätskontrolle“ in kritischen Momenten „nicht hilfreich“ seien. Ihrer Ansicht nach verhindern diese Funktionen nicht nur Unfälle, sondern verschärfen in manchen Fällen sogar die Gefahr.

Toyota betonte, dass noch sorgfältig geprüft werden müsse: Unter der Prämisse der Gewährleistung der Sicherheit, ob es notwendig sei, die Leistung so genau zu steuern, dass es „dem Fahrer verbietet, das System nach Belieben auszuschalten“. Akihiro Sarada sagte, dass Fahrer sich ein Gefühl der Aufregung und Teilnahme am Fahrprozess wünschen. Zukünftig kann das System den Fahrer mithilfe von Fahrzeugnetzwerkdaten darauf hinweisen, dass „Sie unter sicheren Bedingungen mehr Fahrspaß haben“, und frühzeitig warnen, bevor das Risiko nach einigen Sekunden zunimmt. Dies bedeutet, dass der Algorithmus auch in Bereichen mit begrenzter „Delegation“ weiterhin die Umgebung überwacht. Sobald erkannt wird, dass sich ein Fahrzeug, Motorrad oder Fußgänger nähert, kann das System den Fahrer daran hindern, Funktionen wie Spurhalteassistent und Geschwindigkeitsbegrenzungsassistent auszuschalten.

Die Sorge in der Branche besteht darin, dass Toyota bei Sicherheitsvorschriften immer Vorreiter war und seine Maßnahmen oft schnell von anderen Marken kopiert werden. Beispielsweise waren Toyota und Lexus die ersten, die einen temporären Sperrmechanismus in ihre Autosysteme einbauten, der „den Navigationsbetrieb während der Fahrt deaktiviert“, und viele Hersteller folgten diesem Beispiel. Sobald Toyota daher offiziell beschließt, die Erlaubnis zum Abschalten der Sicherheitskonfiguration bei Serienfahrzeugen einzuschränken, wird dies wahrscheinlich zu einer „Kettenreaktion“ innerhalb der Branche führen und den direkten Kontrollraum des Fahrers über das Fahrzeug weiter einschränken. Der Autor sagte unverblümt, dass dieser Trend beunruhigend sei, weil er bedeute, dass das Fahrzeug zunehmend „Entscheidungen für den Fahrer trifft“, während die Person, die tatsächlich am Steuer sitzt, immer weniger tun könne.

Derzeit hat Toyota keinen konkreten Umsetzungszeitplan oder eine anwendbare Modellpalette bekannt gegeben, aber die Debatte um „Sicherheit geht vor“ und „Freiheit beim Fahren“ wird in der Automobilbranche und bei Autobesitzergruppen weiter geführt.