Der Speicherhersteller Micron hat kürzlich die Einführung des weltweit ersten Solid-State-Laufwerks auf Basis des PCIe-6.0-Protokolls angekündigt. Bei diesem Solid-State-Laufwerk handelt es sich um die Micron 9650 NVMe SSD. Offensichtlich handelt es sich hierbei auch um ein Hochleistungsprodukt, das von Micron speziell für Rechenzentren entwickelt wurde. Das PCIe 6.0-Protokoll wurde offiziell bereits im Jahr 2022 veröffentlicht. Aufgrund technischer Schwellenwerte wie Controller-Design, Signalintegrität und Plattformunterstützung werden die entsprechenden Endprodukte jedoch erst 2026 offiziell in Massenproduktion hergestellt. Microns 9650 gab außerdem bekannt, dass das PCIe 6.0-Solid-State-Laufwerk offiziell im Handel erhältlich ist.

Bei dieser SSD geht es hauptsächlich darum, die Leistung zu verbessern, mit sequentiellen Lesegeschwindigkeiten von bis zu 28 GB/Sek. (PCIe 5.0-SSDs laufen typischerweise mit 14 GB/Sek.) und sequentiellen Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 14 GB/Sek. (PCIe 5.0-SSDs laufen typischerweise mit 10 GB/Sek.).
Auch im Hinblick auf die zufällige Lese- und Schreibleistung ist das PCIe 6.0-Protokoll im Vergleich zum PCIe 5.0-Protokoll deutlich verbessert. Die zufällige Leseleistung des Micron 9650 beträgt 5,5 Millionen IOPS und die zufällige Schreibleistung beträgt 900.000 IOPS, was 67 % bzw. 22 % höher ist als bei den Produkten der vorherigen Generation.
Die Bedeutung der Leistungsverbesserung hängt nicht nur von den Zahlen selbst ab. Große Sprachmodelle müssen während des Trainings und der Inferenz kontinuierlich umfangreiche Parameter und Kontextdaten von Speichergeräten laden. Lange Kontextmodelle und die Retrieval Enhanced Generation (RAG)-Architektur erfordern außerdem, dass Speichergeräte schnell und intensiv auf Anfragen reagieren.
Daher kann das auf dem PCIe 6.0-Protokoll basierende Solid-State-Laufwerk Micron 9650 den E/A-Engpass zwischen GPU-Computing und Datendurchsatz beseitigen, was dazu beitragen dürfte, die Leistung großer Sprachmodelle deutlich zu verbessern, d. h. es kann schneller reagieren und eine höhere Parallelität bieten.
In Bezug auf den Stromverbrauch hat die Micron 9650 SSD einen maximalen Stromverbrauch von 25 W, was dem Stromverbrauch der vorherigen Generation von SSDs für Rechenzentren ähnelt, ihre Leistung pro Watt ist jedoch deutlich verbessert. Bei gleichem Stromverbrauch verdoppelt sich die Leseleistung, was Rechenzentren dabei hilft, die Gesamteffizienz der Datenverarbeitung in Umgebungen mit eingeschränkter Stromversorgung zu verbessern.
Micron bietet auch Luftkühlungs- und Flüssigkeitskühlungs-Wärmeableitungslösungen für den 9650 an. Das heißt, die Temperatur des Controllers und des Chips moderner Solid-State-Laufwerke für Rechenzentren ist aufgrund ihrer extrem hohen Leistung und des hochfrequenten Lesens und Schreibens sehr hoch. Wenn die Temperatur einen bestimmten Schwellenwert erreicht, kann eine Frequenzreduzierung ausgelöst werden, sodass die Flüssigkeitskühllösung die Wärmeableitung verbessern kann, um sicherzustellen, dass das Solid-State-Laufwerk weiterhin eine stabile Leistung liefern kann.
Da es sich um ein Solid-State-Laufwerk für Rechenzentren handelt, bietet Micron 9650 in Bezug auf die Spezifikationen nur E1.S- und E3.S-Spezifikationen (beide EDSFF-Spezifikationen mit höheren Anforderungen an die Wärmeableitung) und keine U.2-Spezifikationen. Möglicherweise wird Micron jedoch in Zukunft auch U.2-Spezifikationen einführen, um Rechenzentrumsbetreibern dabei zu helfen, vorhandene Hardware zu nutzen, um Geräte schnell umzuwandeln und so die Leistung zu verbessern.
Leider sind PCIe 6.0-Solid-State-Laufwerke derzeit hauptsächlich auf Unternehmen und Rechenzentren ausgerichtet. Es kann einige Zeit dauern, bis PCIe 6.0-Solid-State-Laufwerke für Privatanwender auf den Markt kommen, und der Preis für solche Solid-State-Laufwerke kann sehr, sehr hoch sein.