Mehrere Mainstream-PC-Hersteller planen die Einführung von Copilot+-Notebooks mit Prozessoren der NVIDIA-Arm-Architektur. Die neuen Produkte werden voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf den Markt kommen und sollen Copilot+-Geräte mit Qualcomm-Plattformen sowie den Mainstream-Notebook-Markt, der auf Intel- und AMD-x86-Architekturen basiert, herausfordern.

Das Wall Street Journal berichtete, dass Nvidia mit MediaTek zusammenarbeitet, um System-on-Chips (SoCs) der PC-Klasse N1 und N1X zu entwickeln, die Kernkomponenten wie CPU, GPU und NPU (Neuronale Netzwerkverarbeitungseinheit) in einem einzigen Chip integrieren. Große PC-Hersteller wie Dell und Lenovo haben mit der Planung einer Reihe neuer Produkte auf Basis dieser Plattform begonnen, die im ersten Halbjahr 2026 offiziell auf den Markt kommen sollen.

Zuvor hatte Whistleblower Huang514613 in den Daten Hinweise darauf gefunden, dass Lenovo mindestens sechs Notebook-Produkte auf Basis von N1- und N1X-Chips entwickelt. Dazu gehören das 14- und 16-Zoll-IdeaPad Slim 5, zwei Yoga Pro 7-Modelle, ein Yoga 9 2-in-1-Modell und ein 15-Zoll-Gaming-Laptop Legion 7. Darüber hinaus wurde bekannt gegeben, dass Dell ein Alienware-Gaming-Notebook mit N1X und ein XPS-Notebook entwickelt, um neue Arm-Lösungen für die Gaming- und High-End-Thin- und Light-Märkte einzuführen.

Berichten zufolge sollen diese Nvidia-Chips die herkömmlichen x86-Prozessoren im Hinblick auf den Stromverbrauch übertreffen und gleichzeitig das gleiche Niveau an CPU- und GPU-Leistung anstreben und die Prozessoren der neuesten Generation von Intel und AMD hinsichtlich der NPU-Leistung übertreffen. NVIDIA und seine OEM-Partner hoffen, dass die neue Generation der Copilot+-Geräte hinsichtlich Leistung und Akkulaufzeit mit der MacBook-Produktlinie von Apple vergleichbar sein oder sich dieser sogar annähern wird.

Während Nvidia mit MediaTek an der Entwicklung des Copilot+ PC-SoC arbeitet, arbeitet es auch mit Intel zusammen, um seine eigene Grafiktechnologie in Intel-CPUs für Windows-Notebooks zu integrieren. Dies stellt eine wichtige strategische Anpassung für Nvidia dar: Das Unternehmen hat sich lange auf die Bereitstellung diskreter Grafikkarten für PCs konzentriert, aber in den letzten Jahren hat sich sein Fokus deutlich auf KI-Beschleunigungshardware für Rechenzentren verlagert, und jetzt versucht es erneut, stärker in PC-Plattformen einzusteigen.

Dies ist nicht Nvidias erster Vorstoß in den Markt für PC-Prozessoren. Bereits 2012 lieferte Nvidia Prozessorlösungen für die erste Generation von Microsoft Surface-Geräten, doch die entsprechenden Produkte erzielten keine zufriedenstellende kommerzielle Leistung auf dem Markt, was auch das Ende des frühen direkten Wettbewerbs zwischen Nvidia, Intel und AMD im Bereich PC-CPUs bedeutete.

Seitdem hat NVIDIA dank seines Erfolgs auf dem Markt für KI-Hardware für Rechenzentren ein schnelles Wachstum erzielt, und sein Marktwert ist weiter gestiegen und hat sich zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt entwickelt. Gleichzeitig baut Nvidia weiterhin maßgeschneiderte Tegra-Prozessoren auf Basis der Arm-Architektur, um die Kernrechenleistung für Nintendo Switch und die kommende Switch 2 bereitzustellen. Diese Erfahrungen haben auch den technischen Grundstein für die Rückkehr auf die PC-Prozessorebene gelegt.