Laut Windows Central haben einige Benutzer kürzlich berichtet, dass sie bei der Verwendung der kostenlosen Version von Microsoft Outlook Push-Anzeigen für Spielkontotransaktionen wie „günstige Dota 2-Fertigproduktkonten“ erhalten haben. Solche Werbeanzeigen, die unverhohlen Spielkonten verkaufen, verstoßen gegen die Nutzungsbedingungen mehrerer Spiele und stehen im Widerspruch zu den Plattformregeln, wodurch der Werbeüberprüfungsmechanismus von Microsoft Outlook in Frage gestellt wird.

Es versteht sich, dass Benutzer, nachdem sie auf relevante Werbelinks geklickt haben, zu einer Website zum Handel mit Spielkonten weitergeleitet werden, auf der Konten für viele beliebte Spiele wie „Fortnite“, „Call of Duty“, „Roblox“ und „GTA“ gehandelt werden. Manche Konten kosten sogar bis zu 1.000 US-Dollar. Es ist erwähnenswert, dass diese Werbung, die in Outlook-Postfächern erscheint, über das Microsoft-eigene Werbenetzwerk geschaltet wird und angezeigt werden darf und der Weiterverkauf von Spielkonten seit langem in den „Nutzungsbedingungen“ der entsprechenden Spiele ausdrücklich verboten ist.
Die Gaming-Plattform hat hierzu klare Regelungen. In der von Valve herausgegebenen Steam-Benutzervereinbarung heißt es eindeutig, dass es Benutzern ohne ausdrückliche Genehmigung nicht gestattet ist, Kontonutzungsrechte in irgendeiner Form zu verkaufen, zu übertragen oder anderen gegen eine Gebühr zur Verfügung zu stellen. Kontotransaktionen sind illegal und wenn sie gefunden werden, kann das Konto gesperrt werden. Diese Bestimmung gilt auch für Microsofts IP „Call of Duty“, und auch die eigenen Nutzungsbedingungen von Microsoft verbieten den Weiterverkauf von Konten ausdrücklich, was bedeutet, dass die vom Microsoft-Werbenetzwerk geschalteten Werbeanzeigen für den Handel mit Spielkonten offensichtlich im Widerspruch zu den Regeln der Plattform selbst und verwandter Spiele stehen.
Bezüglich der Quelle und Überprüfung von Werbung in Outlook hat Microsoft auf seiner Support-Seite „Über Anzeigen in Outlook“ erklärt, dass Werbung in der kostenlosen Version von Outlook von Werbenetzwerken wie Microsoft Audience Network und Meta Audience Network geschaltet wird. Werbetreibende erwerben Werbeflächen über relevante Systeme, und der Werbeinhalt wird im Allgemeinen nach automatisierten Systemen oder manueller Überprüfung zur Anzeige freigegeben. Das Aufkommen illegaler Werbung für den Handel mit Spielkonten hat jedoch Fragen zur Genauigkeit der Überprüfung aufgeworfen.
Das Branchenmedium Windows Central wies darauf hin, dass es sich bei der Platzierung solcher Werbeanzeigen durch Microsoft über das eigene Werbenetzwerk tatsächlich um eine verdeckte „Befürwortung“ dieser fragwürdigen Geschäftspraxis handele. Normale Benutzer können leicht fälschlicherweise glauben, dass das Transaktionsverhalten des betreffenden Kontos legal und konform ist, da die Werbung von der offiziellen Plattform von Microsoft gepusht wird. Nimmt der Nutzer an der Transaktion teil, kann nicht nur das Spielkonto dauerhaft gesperrt werden, sondern es können auch andere potenzielle Rechte und Interessen beeinträchtigt werden.