Am 27. Februar berichtete Bloomberg, dass das US-amerikanische KI-Startup Anthropic den neuesten Vorschlag des Verteidigungsministeriums abgelehnt habe, der darauf abzielte, die Sackgasse zu lösen, die dadurch entstanden war, dass das Unternehmen Bedingungen für die Nutzung seiner KI-Software durch das Militär festgelegt hatte. Die Pattsituation hat die Verteidigungsprojekte von Anthropic für die Regierung gefährdet.

US-Verteidigungsministerium

Ein Anthropic-Sprecher sagte in einer Erklärung am Donnerstag, dass die neue Formulierung des Pentagons, die als Kompromiss vorgeschlagen wurde, die Anforderungen des Unternehmens nicht erfüllte, wichtige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, wenn das Militär seine KI-Tools einsetzt. Zu diesen Schutzmaßnahmen gehört ein Verbot der Nutzung seiner Technologie zur Massenüberwachung von Amerikanern und ein Verbot der Verwendung seiner Technologie in vollständig autonomen Waffensystemen.

Das Pentagon lehnte die Anträge ab und setzte dem Unternehmen am Freitag eine Frist, um die Bedingungen der Regierung zu akzeptieren oder als Lieferkettenrisiko eingestuft zu werden, ein Schritt, der es von der Zusammenarbeit mit anderen Verteidigungsunternehmen ausschließen könnte. US-Beamte sagten, das Militär wolle die KI-Tools des Unternehmens innerhalb der gesetzlichen Grenzen nutzen können, dürfe aber keinen Beschränkungen von Anthropic unterliegen.

„Diese Drohungen ändern nichts an unserer Position: Wir können ihre Forderungen nicht guten Gewissens akzeptieren“, sagte Anthropic-CEO Dario Amodei in einer Erklärung am Donnerstag.

Beamte des Verteidigungsministeriums wehrten sich und forderten, dass Claude, eines der wenigen für geheime Cloud-Arbeiten zugelassenen KI-Tools, ohne Einschränkungen seitens des Unternehmens genutzt werden dürfe. Das US-Verteidigungsministerium hat außerdem damit gedroht, den Defence Production Act aus der Zeit des Kalten Krieges zu nutzen, um die Software des Unternehmens zu nutzen, selbst wenn Anthropi Einwände erhebt.

Pentagon-Sprecher Sean Parnell sagte am Donnerstag zuvor, das Pentagon sei nicht an Massenüberwachung oder der Entwicklung „autonomer Waffen, die ohne menschliches Eingreifen operieren können“ interessiert.

„Wir werden niemals zulassen, dass ein Unternehmen diktiert, wie wir Kriegsentscheidungen treffen“, postete Parnell weiter