Nintendos Switch 2, die Mitte 2025 auf den Markt kam, war ein sofortiger Markterfolg und stellte mit jährlich 4,4 Millionen verkauften Einheiten allein in den USA einen Rekord für die „am schnellsten verkaufte Heimkonsole“ in der Geschichte des Landes auf. Oberflächlich betrachtet scheint diese neue Generation von Handheld-Konsolen der Krise der Speicher-Lieferkette, die die gesamte Technologiebranche heimgesucht hat, erfolgreich entgangen zu sein, aber wenn man genauer hinschaut, wird man feststellen, dass die Situation alles andere als optimistisch ist.

Die intuitivste Auswirkung der aktuellen NAND-Flash-Speicherkrise ist der Preisanstieg bei Speichersticks, USB-Flash-Laufwerken, SSDs und anderen Produkten für Desktops und Notebooks, die steigenden Preise für Unterhaltungselektronikgeräte wie Raspberry Pi und die „Schrumpfung“ der Speicherkapazität in neuen Smartphones. Der Bericht wies jedoch darauf hin, dass Konsolenhersteller wie Nintendo auch die Folgeeffekte der steigenden Speicherkosten auf den Softwareverkauf sorgfältig abwägen müssen.
In der Analyse von Bloomberg wurde erwähnt, dass Nintendo immer die Strategie verfolgt habe, „kleine oder sogar kleine Gewinne mit Konsolenhardware“ zu erzielen. Die Kerngewinne der neuen Plattform stammen hauptsächlich aus dem Verkauf von Software wie Spielen. Da Benutzer in der Vergangenheit weiterhin digitale Versionen von Spielen kauften, konnte sich die Plattform während ihres Lebenszyklus weiter „regenerieren“. Doch in der aktuellen Speicherkrise ist der Platzbedarf digitaler Spiele extrem „teuer“ geworden, was auch die Kaufentscheidung einiger Spieler verändert.
Berichten zufolge beträgt die durchschnittliche Anzahl der pro Konsole gekauften Spiele Ende Dezember 2025, wenn der kumulierte weltweite Verkauf von Switch 2 17,37 Millionen Einheiten erreicht, 2,18. Im Vergleich dazu betrug die Anzahl der pro Person gekauften Spiele, als die ursprüngliche Switch-Hardware das gleiche Verkaufsniveau erreichte, 3,88, fast doppelt so viel wie auf der Switch-2-Stufe. Diese Zahlen spiegeln direkt die nachlassende Dynamik der Softwareverkäufe im aktuellen Umfeld wider, und die steigenden Speicherkosten gelten als einer der wichtigen treibenden Faktoren.

Das Problem besteht auch darin, dass das Volumen moderner AAA-Spiele das der Vergangenheit bei weitem übersteigt und der Verkauf physischer Kassetten im Vergleich zu digitalen Versionen deutlich zurückgegangen ist. Unter Berufung auf Beispiele heißt es in dem Bericht, dass die Version von „Final Fantasy 7 Rebirth“, die im Juni auf Switch 2 erscheinen wird, mehr als 100 GB Installationsspeicher benötigen wird, was fast 40 % des integrierten Speicherplatzes der Handheld-Konsole entspricht. Für Benutzer, die auf digitale Downloads angewiesen sind, können nur ein oder zwei große Spiele schnell den Platz auf dem Rumpf „füllen“, was sie dazu zwingt, immer wieder alte Spiele abzuwägen und zu deinstallieren, bevor sie neue kaufen.
Theoretisch können Spieler das Erlebnis verbessern, indem sie den Speicher erweitern, und es gibt tatsächlich Erweiterungskarten, die speziell für Switch 2 entwickelt wurden, auf dem Markt. Beispielsweise kostet die offiziell lizenzierte MicroSD Express-Speicherkarte, die Samsung in Zusammenarbeit mit Nintendo herausgebracht hat, im offiziellen Nintendo Store 59,99 US-Dollar für die 256-GB-Version. Allerdings haben die steigenden Kosten für NAND auch den Verkaufspreis solcher Erweiterungskarten in die Höhe getrieben, sodass es nicht mehr einfach ist, „mehr zu bezahlen, um Platz zu kaufen“. Auch für die preissensible Spielergruppe kann dieser Mehraufwand die Bereitschaft, digitale Spiele zu konsumieren, weiter hemmen.
Insgesamt hat Switch 2 Nintendos Tradition eines „guten Starts“ in Sachen Hardware-Verkäufe fortgesetzt oder sogar aufgefrischt. Allerdings bereiten die steigenden Preise für NAND-Flash-Speicher in Verbindung mit der steigenden Kapazität moderner Spiele dem Software-Ökosystem verborgene Sorgen. In einem Geschäftsmodell, in dem die Konsolengewinne stark von den Spieleverkäufen abhängen, wird es zu einer zentralen Herausforderung, der sich Nintendo während des Lebenszyklus der Switch 2 stellen muss, wie die Kauflust angesichts der hohen Speicherkosten und des knappen Platzes für Spieler weiterhin angeregt werden kann.