Die südkoreanische Kartellbehörde gab am Dienstag bekannt, dass sie gegen Mercedes-Benz eine Geldstrafe von 11,2 Milliarden Won (7,61 Millionen US-Dollar) verhängt habe, weil das Unternehmen Verbraucher über die in einigen seiner Elektrofahrzeuge verwendeten Batterielieferanten irregeführt habe. Die südkoreanische Fair Trade Commission (FTC) wies darauf hin, dass der von Mercedes-Benz an die Händler verteilte Verkaufsleitfaden impliziert, dass alle EQE- und EQS-Elektromodelle mit Batteriezellen des chinesischen Herstellers CATL, dem weltweit größten Batteriehersteller, ausgestattet sind.

In der Erklärung der FTC wurde jedoch darauf hingewiesen, dass einige Elektromodelle von Mercedes-Benz tatsächlich Batteriezellen verwenden, die von China Funeng Technology 688567.SS geliefert werden. Diese Informationen wurden im internen Verkaufsleitfaden bewusst weggelassen und nicht an Händler und Verbraucher weitergegeben.
Laut der Branchenverfolgungsagentur SNE Research wird CATL im Jahr 2025 39 % des weltweiten Batteriemarkts für Elektrofahrzeuge ausmachen, während Funeng Technology nicht zu den zehn größten Batterielieferanten der Welt gehört.
Laut FTC-Statistik wurden zwischen Juni 2023 und August 2024 etwa 3.000 mit Batterien von Funeng Technology ausgestattete Fahrzeuge verkauft, mit einem Gesamtumsatz von etwa 281 Milliarden Won. Die Regulierungsbehörde erklärte, dass die Strafe in Höhe von 11,2 Milliarden Won 4 % des relevanten Umsatzes entspreche, der gesetzlich zulässigen Höchststrafe für solche unlauteren Praktiken.
Beamte der FTC sagten, dass die deutsche Zentrale von Mercedes-Benz und die koreanische Niederlassung die Strafe gemeinsam tragen würden.
Die FTC kündigte außerdem an, dass sie die deutsche Zentrale von Mercedes-Benz und die koreanische Niederlassung der Staatsanwaltschaft übergeben werde, da beide direkt oder indirekt an der Formulierung und Verteilung von Verkaufsleitfäden beteiligt seien.