Nach Angaben der koreanischen Medien BusinessKorea verfolgt Nvidia im derzeit äußerst angespannten Spiel um die KI-Lieferkette eine recht strenge „Pre-Pressure“-Verhandlungsstrategie und führt äußerst harte Überprüfungen und Kritik an wichtigen Lieferanten, darunter Samsung, durch, um bei der formellen Fertigstellung des Liefervertrags mehr Verhandlungsmasse in Bezug auf Preis und Produktionskapazität zu erhalten. 

Berichten zufolge ist diese Praxis in den letzten Jahren häufig in wichtigen Verbindungen wie High-Bandwidth Memory (HBM) aufgetaucht, was darauf hindeutet, dass führende Chipdesign-Unternehmen im käuferdominierten KI-Markt ihre Verhandlungsvorteile nutzen, um vor- und nachgelagerte Beziehungen neu zu gestalten.

BusinessKorea zitierte Branchenquellen mit den Worten, dass Nvidia kürzlich ein Inspektionsteam zu Samsungs moderner Halbleiterproduktionsbasis im Pyeongtaek Park geschickt habe, um ein sogenanntes „internes Audit“ an der Produktionslinie des Unternehmens durchzuführen, die für das HBM-Geschäft verantwortlich sei. Während dieses Überprüfungsprozesses wurde dem Nvidia-Team vorgeworfen, eine „ungewöhnlich“ harte Haltung einzunehmen, die sich von der Vergangenheit unterschied, indem es „extrem hohe“ technische Kritik an den Prozess- und Betriebsdetails von Samsung äußerte und die Verifizierungs- und Qualitätsprüfungsstandards erheblich erhöhte. Der Bericht beschrieb diese Überprüfung als deutlich anders als reguläre Kundenbewertungen und eher als eine bewusste Verstärkung „kleinerer Schwächen“ im Produktionsprozess.

Obwohl Nvidia und Samsung bisher nicht offiziell auf die Angelegenheit reagiert haben, sagte BusinessKorea, dass diese Art von „Vordruck“ für Nvidia zu einer typischen Verhandlungsstrategie vor der Unterzeichnung großer Verträge geworden sei. Ziel ist es, sich das Recht auf Mitsprache zu verschaffen, indem man Details auswählt, bevor man in die Verhandlungen über Preise und Lieferbedingungen einsteigt. Die beiden Parteien führen derzeit Kooperationsverhandlungen über die Lieferung des HBM4 der nächsten Generation, das in NVIDIAs späterer KI-Beschleunigungsplattform mit dem Codenamen „Vera Rubin“ zum Einsatz kommen wird. Sobald der Vertrag umgesetzt ist, wird er als wichtiger Knotenpunkt für Samsung angesehen, um vor dem Hintergrund der relativ schwachen bisherigen Geschäftsentwicklung von HBM einen „Turnaround“ zu erreichen.

Der Bericht wies auch darauf hin, dass nicht nur Samsung einer ähnlich „strengen Prüfung“ ausgesetzt war. Es wird auch angenommen, dass SK Hynix und TSMC bei Lieferkettenprüfungen den hohen Standards und strengen Anforderungen von Nvidia ausgesetzt waren. Einigen Beobachtern zufolge kann Nvidia argumentieren, dass damit sichergestellt werden soll, dass seine Upstream-Partner die extrem hohen Zuverlässigkeitsanforderungen erfüllen, da kleine Versäumnisse bei groß angelegten KI-Einsätzen zu systemischen Risiken führen und sich somit auf das Gesamtgeschäft auswirken können. Wenn die Zulieferer jedoch in einer Zeit, in der die Nachfrage nach KI-Hardware stark ansteigt und die Kundenkonzentration extrem hoch ist, die Bedingungen von „Großkunden“ wie NVIDIA nicht erfüllen können, stehen sie unweigerlich unter einem unerträglichen finanziellen Druck.

Die aktuelle KI-Industriekette gilt allgemein als „Käufermarkt“, und Designhersteller wie NVIDIA und AMD konkurrieren zunehmend um Schlüsselressourcen wie HBM und fortschrittliche Prozessgießereien. In dieser Situation nutzt Nvidia seine Auftragsgröße und seinen Markteinfluss, um den Upstream-Partnern strengere technische und kommerzielle Bedingungen aufzuerlegen, was als Teil seiner langfristigen Strategie zur Aufrechterhaltung von Kostenvorteilen und Versorgungssicherheit angesehen wird. Dem Bericht zufolge bleibt abzuwarten, ob Nvidias „unkonventionelle Kritik“ an Zulieferern in Zukunft einen breiteren Branchenaufschwung auslösen wird; Aber aus heutiger Sicht ist der Spielraum der Anbieter offensichtlich recht begrenzt.