Der neu veröffentlichte „World Happiness Report 2026“ weist darauf hin, dass passives Surfen in Social-Media-Inhalten, die durch Algorithmen vorangetrieben werden, der psychischen Gesundheit von Teenagern schadet. Diese Schlussfolgerung spiegelt die vielen Kritiken der letzten Jahre wider, dass soziale Plattformen die körperliche und geistige Entwicklung der jüngeren Generation beeinträchtigen. Der Bericht, der vom von den Vereinten Nationen unterstützten und viel zitierten Global Happiness Index-Team erstellt wurde, konzentriert sich in diesem Jahr speziell auf den Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und der psychischen Gesundheit und nennt Finnland, das seit langem die Liste anführt, erneut als „glücklichstes Land der Welt“.

Der Bericht zeigt, dass die intensive Nutzung sozialer Medien den Rückgang des Glücksgefühls bei Jugendlichen auf der ganzen Welt vorantreibt und sich besonders negativ auf Mädchen auswirkt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Trend mit Formen digitaler Kriminalität wie der „Nackt-Chat-Erpressung“ zusammenhängt, bei der Menschen durch die Drohung, die Privatbilder ihrer Opfer zu verbreiten, erpresst werden, sowie mit einer Zunahme von Cybermobbing und einem Anstieg der Häufigkeit von Depressionen, Angstzuständen und anderen emotionalen Störungen bei Teenagern. In dem Bericht wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Plattformen, die Algorithmen verwenden, um visuelle Influencer-Inhalte zu verbreiten, und deren Benutzer sich hauptsächlich im passiven Surfmodus befinden, als „die Plattformen mit den größten Problemen“ gelten. Die entsprechenden Schlussfolgerungen werden teilweise aus Daten aus Lateinamerika abgeleitet.
Einige Länder haben aufgrund von Bedenken hinsichtlich der psychischen Gesundheit und des Suchtrisikos bei Teenagern damit begonnen, Beschränkungen zu verhängen. Australien übernahm Ende letzten Jahres die Führung bei der Verschärfung der Erlaubnis für Minderjährige zur Nutzung sozialer Medien, und weitere Länder diskutieren darüber, diesem Beispiel zu folgen. Einige Aufsichtsbehörden haben solche Dienste als „schädlich und süchtig machend“ eingestuft. In Europa erwägen Länder wie Griechenland, Frankreich, Spanien und Portugal strengere Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder unter einem bestimmten Alter. Einige Gegner glauben jedoch, dass die vorhandenen Beweise nicht ausreichen, um einen klaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und langfristigen psychischen Gesundheitsproblemen bei Teenagern zu beweisen, und stellen daher die Frage, ob das Verbot die wachsende psychische Gesundheitskrise wirklich lindern kann. Die diesbezügliche Forschung ist in der Wissenschaft immer noch umstritten.
Dieser Bericht untersucht umfassend eine Vielzahl akademischer Studien, Fragebogenumfragen und andere Beweise und kommt zu dem Schluss, dass es nicht nur einen negativen Zusammenhang zwischen sozialen Medien und Glück gibt. In einigen Regionen, darunter dem Nahen Osten und Afrika, besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der moderaten Nutzung sozialer Medien und dem subjektiven Wohlbefinden, beispielsweise indem Menschen dabei unterstützt werden, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten oder Informationen und Unterstützung zu erhalten. Der Bericht hebt jedoch auch hervor, dass der Konsum, sobald er ein „schweres“ Ausmaß erreicht, in allen Regionen und Stichproben fast durchgängig mit einem höheren Ausmaß an Depressionen und Stressgefühlen verbunden ist. Mit anderen Worten: Intensität und Art der Nutzung sind entscheidende Variablen, die die Wirkungsrichtung bestimmen.
Auf regulatorischer Ebene wird ein aufsehenerregender Rechtsstreit in den USA auch erhebliche Auswirkungen auf die Grenzen der Haftung für soziale Medien haben. Es wird erwartet, dass in einem hochriskanten Fall entschieden wird, ob Plattformen wie Instagram (Teil von Meta Platforms Inc.) und YouTube (Teil von Google) ihre Produkte so gestaltet haben, dass sie „für Teenager gefährlich süchtig machen“. Dies ist die erste von vielen ähnlichen Klagen, die vor Gericht stehen, und das endgültige Urteil könnte als Vorbild für Tausende nachfolgender Klagen dienen und verbundene Technologiegiganten potenziellen Schäden in Milliardenhöhe aussetzen. Unter dem vielfältigen Druck von Regulierung, Justiz und öffentlicher Meinung werden die Geschäftsmodelle von Social-Media-Unternehmen wie nie zuvor auf die Probe gestellt.

In Bezug auf das Glücksranking zeigt der Bericht, dass Finnland im neunten Jahr in Folge weltweit an erster Stelle steht, gefolgt von Island, Dänemark, Costa Rica und Schweden. Der Bericht wies darauf hin, dass die nordischen Länder und Costa Rica insgesamt gut abschneiden, während keines der englischsprachigen Länder im zweiten Jahr in Folge unter den Top Ten landete. Die Vereinigten Staaten belegten den 23. und das Vereinigte Königreich den 29. Platz. Da das Ranking dreijährige Durchschnittsdaten von 2023 bis 2025 verwendet, betont der Bericht, dass diese Methode dazu beiträgt, die Beeinträchtigung der Beurteilung des Gesamttrends durch starke Schwankungen in einem einzelnen Jahr zu verringern. Die Rangliste basiert auf Indikatoren wie dem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, einer gesunden Lebenserwartung, niemandem, auf den man sich verlassen kann, einem Gefühl persönlicher Freiheit, Großzügigkeit und subjektiven Wahrnehmungen von Korruption. Diese Faktoren zusammen erklären die Hauptursachen für die Unterschiede in der Lebenszufriedenheit der Bewohner verschiedener Länder.
Der World Happiness Report wird vom Centre for Well-Being Research der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit Gallup und dem Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlicht. Seit seiner Einführung hat sich der Bericht zu einer wichtigen Referenz für die Messung des Wohlergehens verschiedener Gesellschaften auf der ganzen Welt entwickelt und wird zunehmend von politischen Entscheidungsträgern in verschiedenen Ländern zur Bewertung und Anpassung öffentlicher politischer Prioritäten verwendet. Da die Debatte über die Auswirkungen sozialer Medien auf die jüngere Generation immer heftiger wird, bietet der diesjährige Bericht zweifellos eine neue Datenbasis und einen neuen politischen Denkrahmen für dieses globale Problem.